Adi Hütter zurück bei Eintracht Frankfurt: Ein emotionaler Trainingsauftakt

Adi Hütter zurück bei Eintracht Frankfurt: Ein emotionaler Trainingsauftakt

Beim ersten Training der Frankfurter Eintracht wurde der Rückkehrer Adi Hütter von den Zuschauern begeistert empfangen. Der Österreicher bezeichnete den Moment als „Gänsehautmoment“.

Frankfurt – Der Frankfurter Fußballgott Alex Meier eröffnete das Training. Lange bevor die Profis der Eintracht auf dem Platz standen, war der 43-Jährige damit beschäftigt, die Trainingsstationen aufzubauen, Stangen und Hütchen zu platzieren und die Bälle zu verteilen. Alles geschah mit der gleichen Präzision wie einst seine Abschlüsse. Doch nun widmet sich Meier den Aufgaben eines Assistenztrainers unter Chefcoach Adi Hütter.

Um 10:29 Uhr begann die Mission Wiedergutmachung für Hütter und sein Team. Die Eintracht-Profis trafen nacheinander auf dem Trainingsgelände ein, einheitlich gekleidet, mit Ausnahme der fünf Torhüter in ihren knallgelben Trikots, passend zur bevorstehenden Frankreich-Rundfahrt. Kapitän Robin Koch führte das Team auf den grünen Rasen, wo sich das 30-köpfige Aufgebot zusammen mit dem Trainerstab zu den ersten Laufrunden aufmachte, begleitet von 2000 jubelnden Zuschauern. Diese feierten den ewigen Timothy Chandler mit „Timmmmyyyy“-Rufen und hießen auch Hütter mit „Adi, Adi“-Rufen willkommen. Der Trainer war sichtlich erfreut über diesen ersten emotionalen Moment, den er nach der anderthalbstündigen Einheit bei einer Medienrunde als „Gänsehautmoment“ bezeichnete.

Hütter fühlte sich sofort „super und sehr vertraut“ und spürte die Begeisterung, die ihm Kraft und Vertrauen gibt. Dies ist besonders bemerkenswert, nachdem seine erste Amtszeit mit einem unglücklichen Abgang zu Borussia Mönchengladbach endete. Fünf Jahre sind seitdem vergangen. „Es ist etwas Besonderes zu sehen, wie der Klub in dieser Zeit gewachsen ist“, sagte Hütter.

Dennoch möchte sich der Trainer nicht länger mit der Vergangenheit beschäftigen. Für ihn zählt die Gegenwart. Hütter sieht sich und die Mannschaft in der Pflicht, den Eintracht-Anhängern „etwas zurückzugeben“ und eine positive Stimmung zu erzeugen. „Wir müssen versuchen, das Stadion, das eine unglaubliche Atmosphäre hat, mitzunehmen“, erklärte er.

Dies soll als Einheit geschehen, mit einem proaktiven Spielstil und der notwendigen Intensität. Hütter betonte die Bedeutung der Defensivarbeit, die in der letzten Saison vernachlässigt wurde. Sein klares Ziel: „Die Mannschaft soll zu den laufstärksten in der Liga gehören.“ Er ist überzeugt, dass die Fans die Leistung anerkennen werden, unabhängig vom Ergebnis. Der 56-Jährige ist sich jedoch auch bewusst, dass seine Arbeit von Skepsis begleitet wird. „Natürlich gibt es Kritiker, die wollen wir widerlegen.“

Um dies zu erreichen, hat Hütter den Trainingsstart auf seinen Wunsch eine Woche vorverlegt, da „acht Wochen Pause einfach zu lang sind“. Erste Ergebnisse der Laktat- und Leistungstests sind ausgewertet und stimmen ihn positiv, ebenso wie die Eindrücke vom Training. Die Intensität war gut, und Spieler wie Younes Ebnoutalib, der angeblich unter sechs Prozent Körperfett hat, zeigten sich sehr engagiert in den Zweikämpfen.

Das erste Tor im Trainingsspiel erzielte Eba Bekir Is aus der Youngster-Truppe, zu der auch Keito Kumashiro, Jeremiaha Maluze, Marvin Dills und Niklas Scheller gehören. Diese Spieler werden jedoch nicht in der ersten Mannschaft spielen. Der japanische Linksverteidiger Keita Kosugi hingegen könnte eine Rolle spielen, da er sich als einer der auffälligsten Akteure präsentierte. Hütter zog ein positives Fazit: „Der Schwerpunkt lag auf dem Zonenspiel, und alle waren zu 100 Prozent bei der Sache. Die Qualität im Kader ist vorhanden.“

Dennoch ist Hütter bewusst, dass diese Qualität nicht ausreicht und es noch Verstärkungen benötigt. Bislang ist nur das dänische Sturmtalent Malik Pimpong verpflichtet, dessen Eignung für den Profikader noch abzuwarten bleibt. Hütter hat bereits vor dem offiziellen Dienstbeginn am 1. Juli Personalplanungen getroffen und Gespräche geführt. Idealerweise hätte er gerne weitere Verstärkungen an Bord, bevor die Eintracht am 23. Juli ins Trainingslager nach Grassau am Chiemsee reist, insbesondere auf Schlüsselpositionen. „Wir arbeiten akribisch daran, noch Spieler zu verpflichten“, erklärte er. „Aber wir müssen geduldig bleiben.“ Möglicherweise wird sich noch in dieser Woche etwas tun.

Der erfahrene Trainer lässt sich jedoch nicht vom aktuellen Zustand verunsichern. „Dafür bin ich zu lange im Geschäft“, betonte er. Der Umbruch fällt in diesem Fall etwas größer aus.

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