Ägypten erhebt Protest nach WM-Achtelfinale gegen Argentinien
Das Achtelfinalspiel zwischen Argentinien und Ägypten hat nun juristische Konsequenzen, da die ägyptische Mannschaft sich als schlechte Verlierer zeigt.
In Atlanta erlebten die Zuschauer ein dramatisches Spiel, in dem Ägypten sensationell mit 2:0 gegen den Titelverteidiger Argentinien führte. Offiziell blieben nur noch knapp zehn Minuten bis zur möglichen Sensation, als Lionel Messi und ein wenig Glück für Argentinien zur Wende führten. Vor dem entscheidenden Siegtreffer durften die Argentinier jedoch aufatmen.
Der zentrale Streitpunkt des Spiels war ein Vorfall kurz vor dem 3:2 durch Enzo Fernández in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Alexis Mac Allister zog den Ägypter Hamdi Fathi am Trikot, was möglicherweise einen Elfmeter nach sich ziehen hätte müssen. Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich äußerte sich dazu: „Für mich ist das eigentlich ein Strafstoß. Er macht nichts anderes, als das Trikot zu ziehen. Der Impuls ist da, den Spieler daran zu hindern, eventuell an den zweiten Ball zu kommen.“
Verbandspräsident Hany Abo Rida reichte unmittelbar nach dem Schlusspfiff eine formelle Beschwerde gegen den französischen Schiedsrichter François Letexier und sein Team ein. Aus ägyptischer Sicht habe der Schiedsrichter eine „entscheidende Rolle“ beim Sieg Argentiniens gespielt. Der Verband fordert eine Untersuchung der umstrittenen Entscheidungen sowie den Ausschluss des Schiedsrichterteams vom restlichen Turnier.
Nationaltrainer Hossam Hassan äußerte sich nach dem Abpfiff drastisch: „Ich werde sagen, was ich denke – ganz gleich, welche Konsequenzen das hat. Das war ganz klar ein manipuliertes Spiel, und die ganze Welt hat das gesehen. Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis wurde durch interne und externe Faktoren beeinflusst.“ Bereits zu diesem Zeitpunkt deutete sich der Protest an.
Hassan ließ auch die FIFA nicht ungeschoren davonkommen: „Es geht nur ums Geld. Sie wollen, dass Messi im Turnier bleibt.“ Er fügte hinzu: „Wenn sie unbedingt wollen, dass Argentinien gewinnt, warum lassen sie dann überhaupt alle anderen Mannschaften am Turnier teilnehmen? Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“
Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Ittrich kann zumindest einen Teil des Ärgers nachvollziehen: „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden. Die negativen Emotionen, die daraus resultieren, sind verständlich.“ ARD-Experte Lutz Wagner ergänzte, dass das Verhalten von Mac Allister „sehr unklug“ gewesen sei und Argentinien „sehr viel Glück“ gehabt habe.