Analyse der Halbfinalspiele und Jürgen Klopp beim DFB
Bei der „WM-WG“ standen am Mittwoch sowohl das DFB-Team als auch die Halbfinalspiele im Fokus. Was bleibt nach der Demontage von Frankreich durch Spanien?
München – Am Mittwoch, dem 15. Juli, war der vielseitige Sportkommentator Florian Schmidt-Sommerfeld zu Gast in der Live-Sendung „Die WM-WG“ von Absolut Fussball (powered by IPPEN.MEDIA). Die Diskussion drehte sich um das erste Halbfinale der WM 2026 zwischen Frankreich und Spanien, das die Iberer überraschend klar für sich entscheiden konnten.
Darüber hinaus wurde ein Ausblick auf das zweite Halbfinalduell gegeben, in dem England unter Trainer Thomas Tuchel auf den amtierenden Weltmeister Argentinien trifft. Auch die Entwicklungen rund um die deutsche Nationalmannschaft und die mögliche Verpflichtung von Jürgen Klopp als Bundestrainer waren Themen der Sendung. Unser Printreporter Jan Christian Müller erklärte die Hintergründe und wann die Vorstellung von „Kloppo“ voraussichtlich stattfinden könnte. Hier sind die besten Zitate:
... über seinen Job als Kommentator von Konsolenspielen: „Das war echt viel Arbeit. Es hat jedoch auch unglaublich viel Spaß gemacht, vor allem die Crew im Tonstudio war fantastisch. Aber wenn du dann so ein Latz vorgesetzt bekommst und weißt: Ich muss jetzt 40 Varianten von ‚ein kurzer Pass, der ankommt‘ sprechen, dann denkst du dir nach Nummer 23: ‚Okay, was kann ich denn jetzt noch sagen?‘“
... über Spaniens Triumph im WM-Halbfinale: „Ich hielt Frankreich für den Favoriten. Viele waren jedoch überrascht. Wie kann man Frankreich stoppen? Genau das kann Spanien: als Kollektiv agieren. Besonders die Außenverteidiger fand ich sehr stark, Cucurella, unser alter deutscher Handspiel-Freund, und Pedro Porro, der das Tor erzielt, waren herausragend. Dani Olmo war am Ball ebenfalls sehr stark. Für mich ist Rodri das Herz des spanischen Spiels, er ist der König. Solch einen Spieler gibt es kein zweites Mal auf der Welt. […] Der Typ ist 1,93 m groß, den kann kaum jemand im Zweikampf stoppen. Er macht alles und ist komplett. Bei Spanien weiß jeder, was er tun muss.“
... über Frankreichs Auftritt gegen Spanien: „Frankreich ist eigentlich eine Kontermannschaft und lebt von ihrer individuellen Überlegenheit. Aber gestern, auf dem absoluten Top-Niveau, hast du gesehen, dass die Franzosen zu sehr von ihrer individuellen Klasse abhängig waren. Sie waren insgesamt nie auf dem Intensitätslevel von Spanien und beim gemeinsamen Pressing nicht effektiv. Wenn man eine Schwäche bei Frankreich finden will: Unter Druck sind sie kein herausragendes Ballbesitzteam.“
… über England-Coach Thomas Tuchel: „Ich habe ihn viel beobachtet, besonders während seiner Zeit bei Chelsea in der Premier League. Er kommuniziert sehr offen, was ich total schätze. In jeder Pressekonferenz habe ich etwas über Fußball gelernt, weil er immer seine Ideen teilt und erklärt, warum er Dinge macht. Dass er ein Fußballgenie ist, darüber müssen wir nicht reden. Taktisch gehört er sicher zu den zehn besten Trainern der Welt.“
… über die Entwicklungen um Jürgen Klopp: „Es ist noch nicht abgeschlossen. Man ist zwar optimistisch, aber das gesamte Vertragsgebilde ist sehr komplex. Gestern haben sich Aki Watzke und Bernd Neuendorf mit RB-Chef Oliver Mintzlaff getroffen, aber er muss auch noch mit seinen RB-Kollegen und dem Mehrheitseigner aus Thailand sprechen. Diese Woche wird es daher wohl nichts mehr.“
... wann wird „Kloppo“ beim DFB beginnen? „Am 27. August muss er beim internationalen Trainerkongress in Mainz sprechen. Ich rechne damit, dass er dann bereits Bundestrainer sein wird. Nächste Woche dürfte es einen Termin auf dem DFB-Campus geben, wo er vorgestellt wird, und danach gibt es Urlaub. Nach dem Urlaub wird er dann anfangen. Er wohnt ja auch in Wiesbaden und ist nicht weit von der DFB-Zentrale in Frankfurt entfernt.“
... über England-Trainer Tuchel: „Ich habe bei Tuchel in fünf Jahren in Mainz (er kam direkt aus der A-Jugend) schon früh gemerkt, dass da ein bisschen Genie und auch Wahnsinn dabei ist. Letzteres ist jedoch bei Tuchel größer, und deshalb ist er auch so ein guter Trainer geworden.“