Analyse der Transfersituation bei Borussia Mönchengladbach
Die Transferperiode 2023 war für Borussia Mönchengladbach nicht schlecht, doch sie hat wichtige Erkenntnisse geliefert.
Mönchengladbach – Unter der Leitung von Sport-Geschäftsführer Roland Virkus erlebt der Verein in den letzten Jahren abwechselnd hektische und ruhige Transferphasen. Die vergangene Transferperiode war ein Mix aus beidem: Zunächst passierte wenig, doch ab Mitte Juli wurden zahlreiche Transfers abgeschlossen.
Insgesamt verzeichnete der Verein sechs Neuzugänge und acht Abgänge. Im Sommer 2024 wurden drei neue Spieler verpflichtet und acht abgegeben, während 2023 jeweils neun Zu- und Abgänge und 2022 vier Neuzugänge sowie neun Abgänge zu verzeichnen waren. Daraus ergibt sich die Erkenntnis, dass die Fans im Sommer 2026 nicht mit großen Kaderveränderungen rechnen sollten.
Eine wichtige Lehre für die Anhänger ist, dass Borussia auch weiterhin auf Einnahmen achten muss, bevor Investitionen getätigt werden können. Laut Transfermarkt kann der Verein im Transfersommer 2025 mit einem Überschuss von sieben Millionen Euro rechnen, was jedoch große Sprünge in der Kaderentwicklung kaum ermöglicht.
Während der VfB Stuttgart für Spieler wie Nick Woltemade und Enzo Millot bis zu 120 Millionen Euro erzielt, war Ko Itakura mit 10,5 Millionen Euro der ertragreichste Transfer Gladbachs in diesem Sommer. Dies erschwert es, mit hohen Investitionen voranzugehen.
Zusätzlich arbeiten die Verantwortlichen daran, die Gehaltskosten zu senken. Mit den Abgängen von Itakura, Alassane Pléa und Julian Weigl konnten drei Spitzenverdiener aus dem Kader entfernt werden. Dennoch bleibt es für Borussia wichtig, einen Sparkurs einzuhalten, um schrittweise voranzukommen.
Die dramatische Situation nach 2020 wurde von Virkus in der Sky-Dokumentation „Mythos Borussia – Eine Legende wird 125“ deutlich gemacht. Da der Verein in den Folgejahren die Qualifikation für den Europapokal verpasste, „hatten wir einen teuren Kader, den wir bezahlen mussten“, erklärte Virkus. „Das war uns schlichtweg finanziell nicht möglich, die Spieler zu halten.“
Die Abgänge von Yann Sommer, Jonas Hofmann, Ramy Bensebaini und Marcus Thuram wogen finanziell schwer, da das Quartett lediglich 19 Millionen Euro einbrachte – ein Betrag, der in keinem Verhältnis zum sportlichen Wert und den laufenden Gehaltskosten stand.
In der vergangenen Transferperiode hat Borussia bewiesen, dass sie handlungsfähig ist, wenn finanzielle Mittel vorhanden sind – jedoch bleibt die Beschaffung dieser Mittel die oberste Priorität. Gleichzeitig liegt der Auftrag an den Trainerstab darin, Spieler zu entwickeln und Werte zu schaffen. Daher wurde auf die Verpflichtung eines weiteren Verteidigers verzichtet, und der 20-jährige Fabio Chiarodia soll in seinem dritten Jahr die nächsten Schritte machen.
Auch Rocco Reitz, Jens Castrop, Giovanni Reyna, Robin Hack und Shuto Machino sind gefordert, sich weiterzuentwickeln. Zudem stehen Grant-Leon Ranos und Oscar Fraulo über mögliche Leihen in der Verantwortung. Der geschätzte Gesamtmarktwert des Kaders beträgt 153,85 Millionen Euro, was nur für Platz zehn reicht. Dieser Wert muss steigen, um sportlich wieder aufzusteigen.