Analyse des torlosen Unentschiedens zwischen Borussia Mönchengladbach und Hamburger SV

Analyse des torlosen Unentschiedens zwischen Borussia Mönchengladbach und Hamburger SV

Das torlose Unentschieden zwischen Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV war kein Highlight, lieferte jedoch einige Erkenntnisse.

Am Sonntagnachmittag war im Borussia-Park alles für ein spannendes Fußballspiel vorbereitet. Zwei Traditionsmannschaften, Borussia Mönchengladbach und der Hamburger SV, trafen aufeinander. Die Gäste feierten nach sieben Jahren ihre Rückkehr in die Bundesliga und waren entsprechend euphorisch.

Die Stimmung war jedoch vor allem auf den Rängen spürbar. Vor dem Anpfiff provozierten sich beide Fanlager gegenseitig, während die mitgereisten HSV-Anhänger deutlich machten: „Wir sind zurück, wir gehören in die Bundesliga.“ Für die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin war das 0:0 ein Erfolg, während es für die Gladbacher Borussia weniger erfreulich war.

Die erste Erkenntnis aus Sicht der Gastgeber ist, dass zum ersten Mal seit dem 29. März in einem Pflichtspiel kein Gegentor fiel. Damals besiegte Gladbach RB Leipzig mit 1:0 und beendete damit die Amtszeit von Ex-Trainer Marco Rose. Seitdem war es der letzte Bundesliga-Sieg der Gladbacher.

Sport-Geschäftsführer Roland Virkus hebt regelmäßig hervor, dass eine kompakte und stabile Defensive die Grundlage jedes Fußballspiels bildet. Nach dem schwachen Auftritt im DFB-Pokal gegen Atlas Delmenhorst (3:2) äußerte der 58-Jährige in der Mixed Zone seine Zufriedenheit mit der Kompaktheit und der Leistungsbereitschaft der Fohlen-Elf gegen den HSV.

Die solide Defensive führte jedoch zur zweiten Erkenntnis: Das Offensivspiel wirkte lethargisch. Der Hamburger SV stellte sich in einem tiefen 5-4-1-System auf und machte es den Gladbachern schwer. Trotz 61 Prozent Ballbesitz und 17 Torschüssen waren die Erwartungen an mehr als 1,04 erwartete Tore nicht erfüllt.

Die besten Chancen aus dem Spiel heraus hatten Franck Honorat (28.), Haris Tabaković (44.) und Rocco Reitz (65.), doch insgesamt blieb Gladbach blass. Es mangelte an Passgenauigkeit, Tempowechseln, Laufangeboten, Spielverlagerungen und Eins-gegen-eins-Duellen.

Kevin Stöger war auf der Zehn zu sehr damit beschäftigt, das Besondere zu kreieren, anstatt die einfachen Dinge richtig zu machen. Tabaković wartete vergeblich auf Flanken seiner Mitspieler und ließ gegen den Ball die Intensität von Tim Kleindienst vermissen. Honorat hatte Schwierigkeiten, sich freizulaufen, da Rechtsverteidiger Joe Scally zu selten mit tiefen Läufen die Aufmerksamkeit auf sich zog. Auch auf der linken Seite hatten Robin Hack und Lukas Ullrich Probleme, sich durchzusetzen.

„Wir hatten viel Ballbesitz, taten uns jedoch in engen Räumen schwer. Gegen einen disziplinierten, kompakten Block hat man wenig Zeit, sich zu positionieren und das Spiel in die Tiefe zu verlagern. Das ist uns nicht gelungen“, analysierte Gerardo Seoane die schwache Spielweise.

Die dritte Erkenntnis des Bundesliga-Auftakts ist, dass sich das Gladbacher Mittelfeld voraussichtlich noch einmal verändern wird. Julian Weigl fehlte im Kader, um Gespräche über einen Transfer zu führen. Ein Wechsel nach Saudi-Arabien steht nach wie vor im Raum. Im Gegenzug könnte Borussia einen Ersatz verpflichten, wie Virkus in der Mixed Zone angedeutet hat.

Welcher Spielertyp dabei in Betracht gezogen wird, bleibt abzuwarten. Auf die Frage, ob ein Kreativspieler wie Weigl dem Zentrum besser stehen würde als ein „Reparierer“, antwortete Virkus: „Jedes Spiel hat seine eigene Dynamik. In anderen Spielen wird es wichtig sein, einen Reparierer zu haben.“

Falls ein defensiver Sechser verpflichtet wird, könnte dies auch eine Abkehr vom 4-2-3-1-System zur Folge haben. Beispielsweise könnte Seoane auf ein 4-3-3 umschwenken, wodurch Stöger von der Zehn auf die Acht verschoben werden könnte, um das Spiel aus einer tieferen Position zu steuern. Dies bleibt jedoch Spekulation, da kein neuer Spieler verpflichtet wird, solange Weigl noch im Kader ist.

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