Ansgar Knauffs beeindruckende Form bei Eintracht Frankfurt
Trainer Dino Toppmöller steht vor einer interessanten Herausforderung in der Offensive von Eintracht Frankfurt, besonders durch die starke Konkurrenz von Ansgar Knauff.
In der Vorbereitung hat Toppmöller das 4-2-3-1-System intensiv eingeübt. Eintracht Frankfurt hat seinen Spielstil angepasst, indem das Pressing höher angesetzt und die Intensität erhöht wurde. Die Flügelspieler Ritsu Doan, Jean-Matteo Bahoya und Ansgar Knauff stehen dabei besonders im Fokus.
Das Trio zeigt sich in hervorragender Frühform: Doan erzielte im Pokalspiel gegen Engers einen Doppelpack, Bahoya traf gleich zweimal beim 4:1-Sieg gegen Werder Bremen, und Knauff überzeugte als Einwechselspieler mit einem Tor gegen die Hanseaten. Ein solcher Konkurrenzkampf ist für jeden Trainer wünschenswert.
Knauff, der oft als „Mister Underrated“ gilt, hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder durchgesetzt. Unter Toppmöller war er in zwei Spielzeiten an jeweils zehn Bundesliga-Treffern beteiligt – eine Marke, die er in dieser Saison übertreffen möchte.
„Wir pushen uns gegenseitig“, erklärte Knauff in Bezug auf seine Mitspieler Bahoya und Doan. Was in der Vergangenheit war, zählt nicht mehr. Dennoch hat Knauff immer wieder bewiesen, dass er an Herausforderungen wächst. In der vergangenen Saison gab es zwei entscheidende Momente, die ihn zu einer tiefgreifenden Analyse anregten.
Als die Eintracht gegen den VfB Stuttgart um wichtige Punkte kämpfte, hatte Knauff den Torhüter Alexander Nübel bereits umkurvt und schob den Ball ins leere Tor. Doch Maximilian Mittelstädt verhinderte den Treffer mit einer spektakulären Rettungstat, was Knauff einige Wochen außer Gefecht setzte.
Nach seinem Comeback war Knauff beim FC Augsburg als Einwechselspieler sehr aktiv. Er umkurvte den Keeper, doch erneut wurde der Ball von der Linie gekratzt. Ein Sieg in Augsburg hätte die Tür zur Champions-League-Qualifikation noch weiter geöffnet.
Im Saisonendspurt zeigte Knauff mehr Zielstrebigkeit. Er erzielte einen sehenswerten Doppelpack gegen RB Leipzig und trug mit einer Einzelaktion zur Rückkehr in die Partie gegen Freiburg bei. Trotz des Lobes für sein hohes Engagement und seine Defensivarbeit benötigen Offensivspieler vor allem Scorerpunkte.
Knauff hat in dieser Hinsicht einen Wandel durchlebt. Gegen Bremen zeigte er eine selten gesehene Zielstrebigkeit beim Abschluss. Sein Treffer war herausragend: Nach einem Pass von Farès Chaibi nutzte er seinen Tempovorteil und vollendete mit dem linken Fuß. Damit knüpfte er an seinen starken Schlussspurt der letzten Saison an.
Er hätte sogar noch erhöhen können: In der 72. Minute kombinierte er sich über die linke Seite mit Elye Wahi, entschied sich jedoch für einen Abschluss anstatt einer Flanke. Der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei, und in der 89. Minute scheiterte er erneut nach einem Pass von Wahi am hervorragend reagierenden Mio Backhaus.
Ansgar Knauff hat erneut bewiesen, warum Toppmöller regelmäßig auf den Europa-League-Hero von 2022 zurückgreift. Der Allrounder agiert konstant, erfüllt seine Aufgaben zuverlässig und bringt sowohl Tempo als auch Torgefahr mit. Sollte er sich in diesem Bereich weiterentwickeln, wird er in dieser Saison von großer Bedeutung sein.
Als Typ zählt Knauff auch zu den Führungspersönlichkeiten im Team. Obwohl er bescheiden anmerkte: „Wir alle müssen auf und neben dem Platz Verantwortung übernehmen. Das gilt nicht nur für mich“, ist sein Werdegang ein Vorbild. Vor dreieinhalb Jahren kam er als ungeschliffenes Talent auf Leihbasis von Borussia Dortmund nach Frankfurt.
Nach 18 Monaten fiel die Entscheidung, ihn für vier bis fünf Millionen Euro fest zu verpflichten. Dank seiner vertraglichen Situation, die nur bis 2024 galt, kam Eintracht Frankfurt günstig an Knauff. Nun liegt es an ihm, ob er den nächsten großen Schritt in seiner Karriere machen kann. Mit 19 Toren und 16 Vorlagen in 138 Pflichtspielen hat er bereits gute Zahlen, doch es gibt noch viel Luft nach oben – sehr zur Freude von Toppmöller!