Anthony Taylor beendet Schiedsrichterkarriere nach über 800 Spielen

Anthony Taylor beendet Schiedsrichterkarriere nach über 800 Spielen

Anthony Taylor zieht nach mehr als 800 Spielen einen Schlussstrich. Der englische Schiedsrichter blickt auf eine ebenso erfolgreiche wie kontroverse Karriere zurück.

London – Anthony Taylor hat seine Karriere als Profischiedsrichter beendet. Der englische Unparteiische gab seinen Rücktritt am Dienstag offiziell bekannt und zieht damit nach mehr als 800 geleiteten Partien einen Schlussstrich unter eine außergewöhnliche Laufbahn. Zuletzt war der 47-Jährige auch bei der Weltmeisterschaft 2026 im Einsatz, wo er drei Begegnungen leitete.

„Auf Spitzenniveau zu pfeifen, war ein riesiges Privileg, doch der Druck ist enorm und man steht ständig unter Beobachtung. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zurückzutreten und mich auf das nächste Kapitel meiner Karriere zu freuen“, erklärte Taylor in seinem Abschiedsstatement. Die Nachricht wurde unter anderem von Transferexperte Fabrizio Romano verbreitet und anschließend auch offiziell bestätigt.

Taylor gehörte über viele Jahre zu den renommiertesten Schiedsrichtern Europas. Seit 2010 leitete er Spiele in der Premier League, zwei Jahre später folgte die Aufnahme auf die FIFA-Liste. Insgesamt stand der Engländer bei 434 Partien in Englands höchster Spielklasse auf dem Platz. Hinzu kamen Einsätze bei Welt- und Europameisterschaften sowie das Champions-League-Finale 2024 zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid.

In Deutschland wird Taylor vielen Fans vor allem wegen des EM-Viertelfinals 2024 gegen Spanien in Erinnerung bleiben. Damals entschied der Referee nach einem Handspiel von Marc Cucurella nicht auf Elfmeter und griff auch nicht auf den Videobeweis zurück. Die Szene löste weit über Deutschland hinaus heftige Diskussionen aus und zählt bis heute zu den umstrittensten Schiedsrichterentscheidungen der vergangenen Jahre.

Seine Karriere war jedoch nicht nur von Kontroversen geprägt. Große Anerkennung erhielt Taylor während der Europameisterschaft 2021, als Christian Eriksen im Spiel zwischen Dänemark und Finnland auf dem Platz einen Herzstillstand erlitt. Der Engländer reagierte damals besonnen und koordinierte die ersten Maßnahmen, ehe das medizinische Personal übernahm.

Mit seinem Rücktritt endet die Laufbahn eines Schiedsrichters, der über Jahre zu den größten internationalen Spielen eingeteilt wurde und dabei sowohl Lob als auch Kritik auf sich zog. „Es war ein immenses Privileg“, fasste Taylor seine Karriere selbst zusammen, bevor er den Blick auf den nächsten Lebensabschnitt richtete.

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