Aymen Barkok: Ein Neuanfang in Marokko mit Raja Casablanca
Aymen Barkok scheint sein Glück gefunden zu haben, denn in Marokko hat der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt die Möglichkeit, mit Raja Casablanca Meister zu werden.
Frankfurt – Aymen Barkok, einst ein gefeiertes Talent bei Eintracht Frankfurt, spielt jetzt im Mittelfeld bei Raja Casablanca in Marokko. Seine Karriere liest sich wie eine Reise durch den deutschen Profifußball und hat nun einen unerwarteten Abschnitt auf dem afrikanischen Kontinent gefunden. Der 27-Jährige kämpft derzeit mit seinem neuen Klub in der Botola Pro, der höchsten Spielklasse Marokkos, um einen besseren Tabellenplatz – ein langer Weg vom Waldstadion bis zum Atlantik.
Barkok durchlief in seiner Kindheit die Nachwuchsabteilungen der SG Praunheim und Rot-Weiß Frankfurt, bevor er bei den Kickers Offenbach erste Aufmerksamkeit erregte. 2013 wechselte er zur Eintracht Frankfurt, wo er sich schnell als eines der größten Talente seines Jahrgangs etablierte. 2016 unterschrieb Barkok seinen ersten Profivertrag bei der SGE, gültig bis 2020. Kurz darauf gab er sein Bundesliga-Debüt beim Auswärtsspiel gegen Werder Bremen und erzielte in der 90. Minute den entscheidenden 2:1-Siegtreffer.
Der Höhepunkt seiner Zeit bei Eintracht Frankfurt war 2018, als er Teil des Kaders war, der den DFB-Pokal gewann – mit einem beeindruckenden 3:1-Sieg im Finale gegen den FC Bayern München unter Trainer Niko Kovač. Vier Jahre später war er erneut dabei, als die Adler 2022 die UEFA Europa League gewannen – ein weiteres Kapitel in der Vereinsgeschichte.
Trotz seiner Talente schaffte Barkok jedoch nie den endgültigen Durchbruch als Stammspieler. Von 2018 bis 2020 wurde er auf Leihbasis zu Fortuna Düsseldorf abgegeben, bevor sein Vertrag in Frankfurt auslief. Nach seiner Zeit beim Bundesligisten wechselte er zum 1. FSV Mainz 05, wo er ebenfalls keine dauerhafte Heimat fand. Im Januar 2024 wechselte er für die Rückrunde per Leihe zu Hertha BSC und unterschrieb im Februar 2025 einen Vertrag beim FC Schalke 04 in der 2. Bundesliga.
Seinen endgültigen Neuanfang fand Barkok dann im Januar 2026, als er einen Zweieinhalb-Jahres-Vertrag bei Raja Casablanca unterschrieb – einem der traditionsreichsten Klubs Nordafrikas mit zwölf Meistertiteln in der Botola Pro. Dieser Wechsel stellt für Barkok auch eine persönliche Rückkehr zu seinen marokkanischen Wurzeln dar: Er besitzt neben der deutschen auch die marokkanische Staatsbürgerschaft und hat sich entschieden, für die Nationalmannschaft des Königreichs zu spielen – insgesamt 18 Länderspiele stehen in seiner Bilanz.
In der laufenden Saison 2025/26 läuft es für Raja Casablanca sportlich gut: Der Klub steht derzeit auf dem dritten Tabellenplatz der Botola Pro und kämpft darum, den Rückstand zur Spitze aufzuholen. Für Barkok bietet sich in Casablanca eine späte, aber vielversprechende Chance: Mit seiner Erfahrung aus der Bundesliga und der Europa League könnte er genau der Impulsgeber sein, den Raja benötigt, um den Rückstand aufzuholen und die Meisterschaft zu sichern.