Ballack: Bayern München nicht mehr als Top-Favorit in der Champions League

Ballack: Bayern München nicht mehr als Top-Favorit in der Champions League

Michael Ballack hat den FC Bayern München nicht mehr unter den Top-Favoriten für die Champions League eingeordnet. Er sieht den deutschen Rekordmeister in einer veränderten Rolle.

München – In einem Gespräch mit der Sport BILD bewertete der 98-fache Nationalspieler die Chancen der vier Bundesliga-Vertreter in der Königsklasse und übte dabei auch Kritik an den Münchnern. „Bayern gehört für mich nicht zu den absoluten Top-Favoriten, sondern ist ein Herausforderer“, erklärte Ballack.

Der 48-Jährige, der zwischen 2002 und 2006 für den FCB spielte und drei Meistertitel gewann, äußerte sich positiv über die Entwicklung der Mannschaft unter Trainer Vincent Kompany. Dennoch betonte er: „Entscheidend wird sein, ob die Lehren aus der vergangenen Saison gezogen wurden. Das offensive Spiel mit hohem Pressing birgt ein gewisses Risiko.“

Ballack hob hervor, dass Bayern bei einem selbstbewussten Auftritt durchaus konkurrenzfähig sei. Ein Nachteil bleibe jedoch: „In der Bundesliga fehlt den Bayern, mit Ausnahme der Saison 2023/24, als Leverkusen Meister wurde, der Konkurrenzkampf. Man benötigt diese regelmäßige Herausforderung.“

Auch Borussia Dortmund, der 2024 im Finale gegen Real Madrid stand, sieht Ballack nicht in der internationalen Spitze. Aus seiner Sicht sollte sich der BVB ambitionierter präsentieren: „Die Borussia sollte sich nicht nur als Ausbildungsverein und Champions-League-Aspirant definieren, sondern als ernstzunehmender Konkurrent des FC Bayern. Dadurch könnte man noch viel mehr aus den Spielern herausholen.“

Ballack traut Bayer Leverkusen das Überstehen der Gruppenphase zu, während er Eintracht Frankfurt sogar als Geheimfavoriten bezeichnete. „Die Eintracht wird eine gute Rolle spielen, vielleicht reicht es bis zum Viertelfinale oder sogar weiter. Die Mannschaft ist superstabil. Trainer Dino Toppmöller hat sich etabliert und ist ein absoluter Sympathieträger. Hinzu kommen die unglaubliche Fan-Base und die Euphorie.“

Die Einschätzung eines ehemaligen Bayern-Kapitäns, der seinen Ex-Klub nicht mehr zu den Favoriten zählt, unterstreicht die wachsende Skepsis im Umfeld. Nach mehreren Viertelfinal-Aus in Folge und dem enttäuschenden Abschneiden bei der Klub-WM im Juli ist die internationale Strahlkraft angekratzt.

Ballacks Worte verdeutlichen: Um wieder zu den absoluten Top-Favoriten in Europa zu zählen, muss der Rekordmeister nicht nur sportlich überzeugen, sondern auch zeigen, dass die Münchner mehr sind als nur Herausforderer. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit FCBinside.de)

Topics

Related news