Bayern-Boss Dreesen: "Wir können uns jeden Transfer leisten"
München – Nach einem Sommer voller verpasster Transferziele zeigt sich Jan-Christian Dreesen, der Vorstandschef des FC Bayern, selbstbewusst in Bezug auf die finanzielle Stärke des Rekordmeisters. In einem Interview mit der Welt am Sonntag stellte der 58-Jährige klar, dass der Klub weiterhin zu den finanzkräftigsten Adressen im Weltfußball gehört.
Im Poker um Florian Wirtz und Nick Woltemade gingen die Bayern im Sommer leer aus. Während Wirtz beim FC Liverpool landete, wechselte Woltemade zu Newcastle United, obwohl die Bayern Berichten zufolge bereits mit dem Spieler über einen Transfer einig waren. Der Deal scheiterte letztlich an den Ablöseforderungen des VfB Stuttgart.
Nach diesen Rückschlägen äußerten viele Fans, Medien und Experten die Befürchtung, dass Bayern finanziell nicht mehr mit anderen Topklubs mithalten könne. Dreesen widerspricht dieser Annahme entschieden: „Wir können uns jeden Transfer leisten, den wir machen wollen. Wir haben eine ausgezeichnete Kapitalquote, dem FC Bayern geht es sehr gut. Wir möchten einen Spieler bezahlen können, ohne zur Bank rennen zu müssen. Das ist nicht die DNA des FC Bayern.“
Der Vorstandschef wies jedoch auch auf strukturelle Nachteile im Vergleich zur Konkurrenz hin. „Der Tabellenletzte der englischen Liga hat mit 125 Millionen Euro 60 Millionen mehr Medien-Einnahmen als wir. Liverpool hat 200 Millionen, der FC Barcelona und Real Madrid jeweils 160 Millionen“, erklärte Dreesen. Trotz der geringeren TV-Gelder möchte man weiterhin selbstbewusst auf dem Transfermarkt auftreten, jedoch mit Augenmaß und ohne riskante Finanzkonstrukte.
Auf die Aussagen von Bayern-Patron Uli Hoeneß, dass vom Festgeldkonto „nicht mehr viel übrig sei“, reagierte Dreesen gelassen: „Er sagt das, weil er befürchtet, dass wir mit immer höheren Gehältern, Beraterprovisionen und Ablösesummen die Grenzen überschreiten. Er hat Angst, dass wir ein Schicksal erleiden werden, wie es andere große Vereine bereits erlebt haben. Kurz nach unserem Interview sagte Uli auch, dass der FC Bayern in einer hervorragenden Verfassung ist.“