Bayern München träumt von neuer Flügelzange
München – An diesem besonderen Tag hätte es anders laufen können, doch einige Dinge ändern sich nie. Michael Olise und Luis Diaz verließen wortlos die Allianz Arena und traten in die eisige Münchner Winternacht. Olise hatte die Mütze tief ins Gesicht gezogen, während Diaz höflich ein Statement abgelehnt hat – dabei gab es so viel zu besprechen. Beispielsweise drei Tore und insgesamt sieben Torbeteiligungen, die den Vergleich mit der ehemaligen Super-Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribery nach dem 8:1 (2:1) gegen den VfL Wolfsburg nicht völlig abwegig erscheinen lassen.
Offiziell wurde Doppeltorschütze Olise als „Man of the Match“ ausgezeichnet, während Sportvorstand Max Eberl Diaz lobte, der drei Tore vorbereitete und eines selbst erzielte. Unabhängig von der individuellen Auszeichnung waren sich alle einig, dass dieses Duo nicht nur den „peinlichen“ VfL Wolfsburg (mit einem Eigentor von Kilian Fischer) auseinandernehmen, sondern auch große Träume für den Verein wecken kann. „Sie harmonieren hervorragend miteinander und sind brandgefährlich“, sagte Harry Kane, der ebenfalls mit einem Traumtor und einer Vorlage einen bemerkenswerten Tag hatte. Dennoch waren die beiden Offensivspieler das Hauptthema.
Bereits in der Kabine, verriet Eberl, wurde der Vergleich mit „Robbery“ thematisiert – jener Kombination, die bis 2019 ein Jahrzehnt lang für Furore sorgte und 2013 das Triple gewann. Der euphorisierte Sportvorstand nach dem fulminanten Auftakt in 2026 stimmte zu: „Olise ist ein Stück weit der neue Robben, und mit Lucho auf der anderen Seite haben wir den Typ Ribery.“ Zusammengefasst: Der „filigrane, elegante“ Olise ergänzt perfekt den „kreativen Chaos-Maker“ Diaz. Auch wenn der Begriff „Olisiaz“ noch konstruiert klingt, könnte er die Zukunft der Bayern prägen. Dies nicht nur in der Liga, wo der Titel mit einem Vorsprung von elf Punkten nach 16 Spieltagen nahezu sicher scheint, sondern auch an den Sehnsuchtsorten Berlin (Pokal) und Budapest (Champions League) im Mai.
Wie erdrückend die nationale Dominanz ist, mussten die bedauernswerten Wolfsburger am Sonntag erleben. Die maximale Wucht der Kompany-Bayern überrollte die Gäste in der zweiten Halbzeit, in der Tore am Fließband fielen. „Es steht 5:1, 6:1, wir wechseln, bringen junge Spieler und erzielen trotzdem noch zwei, drei Tore. Das ist genau unsere Mentalität“, sagte Eberl. Auch die eingewechselten Raphael Guerreiro und Leon Goretzka trugen sich in die Torschützenliste ein, die bezeichnenderweise von drei Bayern angeführt wird: Kane (20) vor Diaz und Olise (beide 9). Insgesamt haben die Bayern in der Liga bereits 63 Tore erzielt – beeindruckend!
Am Mittwoch (20:30 Uhr) in Köln und im Topspiel am Samstag in Leipzig soll dieser Trend fortgesetzt werden – und das muss auch so sein. Denn es gibt einen wichtigen Mann im Bayern-Kosmos, dem die Superlative zu weit gehen. Vincent Kompany äußerte sich mahnend: „Ich würde das noch nicht mit Robben und Ribery vergleichen. Dafür habe ich zu viel Respekt vor diesen Flügelspielern, gegen die ich gespielt habe.“ Olise und Diaz sind gut und auf dem richtigen Weg. Wohin dieser Weg führen soll, ist allen klar. Kompany ließ das Thema jedoch offen: „Wenn am Ende die großen Titel da sind, können wir vielleicht darüber sprechen.“ Also: Alle – nur die beiden nicht.