Belgien besiegt USA im WM-Achtelfinale

Belgien besiegt USA im WM-Achtelfinale

Im Vorfeld des WM-Achtelfinals zwischen Belgien und dem Gastgeber USA gab es zahlreiche Diskussionen. Dennoch zeigten die Belgier, dass sie sich nicht von den politischen Verwicklungen rund um das Spiel beeinflussen lassen.

Seattle – Normalerweise würde ein WM-Achtelfinale zwischen den USA und Belgien nicht die gesamte Fußballwelt an die Bildschirme ziehen. Das Duell am Montagabend wurde jedoch zu einem weltweiten Politikum, nachdem die zurückgenommene Rote Karte für US-Stürmer Folarin Balogun für Aufregung sorgte. Auf sportlicher Ebene endete das Spiel jedoch klar mit einem 4:1-Sieg für Belgien.

Die "Roten Teufel" revanchierten sich damit für eine der skurrilsten Entscheidungen in der jüngeren Sportgeschichte: Nach einem Telefonat zwischen Donald Trump und FIFA-Präsident Gianni Infantino wurde die Sperre für Balogun, der zuvor im Sechzehntelfinale gegen Bosnien und Herzegowina vom Platz gestellt worden war, aufgehoben.

Obwohl die FIFA eine Einflussnahme der US-Regierung bestritt und ein unabhängiges Auswahlverfahren betonte, blieb die Entrüstung in der Fußballwelt, insbesondere unter den Belgiern, groß. Ironischerweise blieb Balogun im Spiel blass und konnte kaum für Gefahr sorgen.

Die Gefahr kam vielmehr von den Belgiern, die durch Tore von Charles De Ketelaere (9. und 33. Minute), Hans Vanaken (57.) und Romelu Lukaku (90.) den Sieg sicherten. Malik Tillman erzielte für die USA per abgefälschtem Freistoß den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer (31.). War der ganze Rummel und die Diskussionen um das Spiel für die Gastgeber vielleicht etwas zu viel?

Trainer Mauricio Pochettino fand nach dem Abpfiff eine eher banale Erklärung: „Wir konnten keinen Bezug zum Spiel aufbauen. Wir haben nicht das gezeigt, was die Spieler eigentlich können. Das ist die Realität“, sagte der US-Coach. „Wir müssen analysieren, woran es lag. Vielleicht ist die Antwort ganz einfach: Es war nicht unser Tag.“ Die Belgier hingegen feierten ihren Erfolg, ohne zu sehr auf die skandalösen Umstände im Vorfeld einzugehen.

„Ich bin sehr stolz auf meine Spieler. Belgien ist ein großes Fußball-Land. Heute haben wir exzellent gespielt, das Spiel kontrolliert und als Gruppe gut agiert“, analysierte Trainer Rudi Garcia. Im Viertelfinale wartet nun am Freitag Europameister Spanien (21 Uhr) auf die Belgier, während die USA sich aus dem Turnier verabschieden müssen – trotz des umstrittenen Einsatzes von Stürmer Balogun.

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