Bilal El Khannouss begeistert beim VfB Stuttgart
Bilal El Khannouss gewährt nach seinem ersten Heimauftritt beim VfB Stuttgart Einblicke in sein Privatleben und bekräftigt seine klare Haltung.
In Stuttgart war Trainer Sebastian Hoeneß überzeugt, dass El Khannouss keine lange Anlaufzeit benötigt. Der Marokkaner, der am Deadline Day von Leicester City verpflichtet wurde, wurde bereits nach nur zwei Trainingseinheiten in die Startelf berufen. El Khannouss zeigte sofort, welches Potenzial in ihm steckt.
Auch in Freiburg, trotz der bitteren 1:3-Niederlage, war sein fußballerisches Denken erkennbar: Der Marokkaner ist ein Spieler für besondere Momente, der Räume bespielt, die andere nicht einmal wahrnehmen. Eine Woche später, bei seinem Heimdebüt gegen den FC St. Pauli, wurde sein Engagement belohnt.
„Ich habe den Moment mit den Fans einfach genossen, weil sie uns das gesamte Spiel über unterstützt haben“, sagte er über seinen Jubel nach dem Treffer zum 2:0-Endstand. Für El Khannouss war dies ein Moment des Innehaltens: „Seit meiner Kindheit träume ich davon, in großen Stadien zu spielen, und das hier ist ein wirklich großes Stadion mit vielen Fans und einer großartigen Atmosphäre. Ich bin glücklich, in solchen Stadien spielen zu dürfen.“
Der 20-Jährige legt großen Wert auf Bodenständigkeit. Dies verdeutlichte er bereits in einem Interview mit dem belgischen Portal humo: „Ich habe nie an etwas gefehlt, ich habe immer alles bekommen, was ich wollte. Aber plötzlich erhält man ein sehr gutes Gehalt und muss klug und vorsichtig sein. Denken Sie nur an Ronaldinho, der mit seinem Geld nicht gut umgegangen ist. Ich kaufe mir manchmal eine teure Jacke und gehe öfter mit Freunden essen, aber ich achte darauf, dass es im Rahmen bleibt.“
Als er nach der Partie gegen St. Pauli auf sein privates Umfeld angesprochen wird, wird das Bild eines Profifußballers deutlich, der sich seiner Privilegien bewusst ist. Er freute sich darüber, dass seine gesamte Familie am Freitagabend im Stadion war. Zu zwölft waren sie aus Belgien angereist, erzählte El Khannouss.
Darunter befanden sich seine Eltern und sein Bruder, die ihn in seiner Anfangszeit in Deutschland unterstützen. Er betont, dass er sich nie wirklich allein gefühlt hat, auch wenn er seit seinem 16. Lebensjahr alleine lebt und somit gelernt hat, auf eigenen Beinen zu stehen. Der in Belgien geborene Spieler fühlt sich in Stuttgart wohl, was auch an der Vielzahl französischsprachiger Spieler liegt.
Sprachen sind für den 20-Jährigen kein Problem. Er spricht fließend Französisch, Holländisch, Englisch, Arabisch und auch ein wenig Spanisch. Vielleicht kann er sich so mit „VfB-Rodri“, Chema Andres, unterhalten, der Hoeneß einige Kopfschmerzen bereitet. Auch Deutsch möchte El Khannouss lernen: „Ich bin jetzt in Deutschland und möchte die Sprache lernen, um auch Teil der Kultur werden zu können.“