Boateng reflektiert über Rummenigges Kritik in neuer Doku
München – In der Dokumentation "Being Jérôme Boateng" reflektiert der Weltmeister und Champions-League-Sieger über die Kritik, die ihm 2016/17 von Karl-Heinz Rummenigge, dem damaligen Vorstandschef des FC Bayern, zuteilwurde. Rummenigge hatte nach einer 2:3-Niederlage in der Gruppenphase der Champions League gegen den FK Rostow vor der Kamera eine deutliche Kritik an der Leistung des Abwehrspielers geübt.
Die bemerkenswerte Äußerung Rummenigges lautete: „Jérôme muss mal wieder etwas zur Ruhe kommen. Das ist mir schon seit Sommer etwas zu viel. Es wäre in seinem Sinne und in dem des Klubs, wenn er mal wieder back to earth kommen würde.“ Daraufhin reagierte Boateng mit den Worten: „Über die Aussagen kann ich nur lachen. Nächstes Mal kann er es mir persönlich ins Gesicht sagen.“
In der neuen ARD-Dokumentation geht Boateng erneut auf die damaligen Vorfälle ein. Er erklärt: „Das ist vielleicht auch ein bisschen der Berliner in mir. Dass ich da trotzig und frech antworte. Es ging aber nicht um die Aussage. Jeder kann seine Meinung kundtun.“ Boateng wünscht sich jedoch, dass die Kritik auf einem anderen Weg geäußert worden wäre. Er betont, dass er nur zwei bis drei Tage vor dem Spiel in Rummenigges Büro war und dass stets kommuniziert wurde, Kritik solle intern und nicht öffentlich geäußert werden. Dies ließ ihn sich öffentlich an den Pranger gestellt fühlen, obwohl der Verein zuvor betont hatte, Konflikte lieber hinter den Kulissen zu klären.
Der Konflikt mit Rummenigge legte sich schließlich wieder. In der Saison 2016/17 wurde der FC Bayern erneut deutscher Meister und erreichte in der Champions League das Viertelfinale, wo sie in einem epischen Duell gegen den späteren Champions-League-Sieger Real Madrid in der Verlängerung ausschieden. Erst vier Jahre später, im Jahr 2021, verließ Boateng den FC Bayern. In der Doku gesteht er, dass der Abschied für ihn schmerzhaft war.