Borussia Dortmund reagiert auf Missbrauchsvorwürfe gegen ehemaligen Mitarbeiter
Borussia Dortmund steht nach schwerwiegenden Missbrauchsvorwürfen gegen einen ehemaligen Mitarbeiter unter Druck. Geschäftsführer Lars Ricken hat umfassende Aufklärung und Unterstützung für die Betroffenen zugesichert.
In einem Interview mit der Sport Bild äußerte sich Ricken zu den Erschütterungen innerhalb des Vereins und den eingeleiteten Maßnahmen. "Die Vorwürfe haben den gesamten Verein massiv erschüttert", erklärte Ricken und betonte, dass der BVB alles unternehme, um die mutmaßlich Betroffenen zu unterstützen.
Der Klub hat eine externe Prüfungsgesellschaft beauftragt, um alle Hinweise und Vorfälle aufzuarbeiten, und zudem ein Hinweisgebersystem auf seiner Website eingerichtet. Ricken stellte klar: "Wir verurteilen jede Form von sexualisierten Übergriffen; so etwas hat weder beim BVB noch in der Gesellschaft einen Platz." Der Verein werde die Aufarbeitung „mit allen vorhandenen Mitteln, Dokumenten und Zugängen vollumfänglich unterstützen“.
Die Vorwürfe gegen den ehemaligen Mitarbeiter reichen offenbar Jahrzehnte zurück. Bereits im Jahr 2010 war Borussia Dortmund ein entsprechender Fall gemeldet worden, der sich jedoch aufgrund fehlender Beweise nicht erhärten ließ. Der beschuldigte Mitarbeiter wies die Anschuldigungen zurück, und der betroffene Spieler stellte keine Strafanzeige.
Im Jahr 2023 ging ein weiterer Hinweis über das vereinseigene Meldesystem ein, der sich ebenfalls auf einen Vorfall beziehen soll, der „dem privaten Lebensbereich des ehemaligen Mitarbeiters zuzurechnen“ sei. Der Verein reagierte umgehend und beendete das bestehende Beschäftigungsverhältnis mit dem Mann.
In einer Stellungnahme erklärte der Klub, dass der Mitarbeiter auch die neuen Vorwürfe vollumfänglich bestritten habe. Da die Vorfälle aus den 1970er- und 1980er-Jahren stammen sollen, ließ sich der Sachverhalt auch diesmal nicht eindeutig klären. Dennoch habe der BVB „unverzüglich gehandelt“, um Konsequenzen zu ziehen.
In einer offiziellen Erklärung betonte Borussia Dortmund zudem, dass man „zu keiner Zeit irgendwelche finanziellen oder vergleichbaren Kompensationen geleistet“ habe. Der Klub wolle die Vorwürfe nun vollständig aufklären und die Betroffenen bestmöglich unterstützen.