Borussia Dortmund zeigt beeindruckende Effizienz in der Champions League
Borussia Dortmund erzielt auch im Spiel gegen Kopenhagen vier Tore in der Champions League, was ihre bemerkenswerte Effizienz unter Beweis stellt. Doch wie nachhaltig ist dieser Erfolg?
Dortmund/Kopenhagen – Der Jubiläumsabend hätte für Borussia Dortmund nicht besser verlaufen können. Im 200. Spiel der Vereinsgeschichte in der Champions League erzielten die Schwarzgelben einen Vereinsrekord: Zum dritten Mal in Folge schoss der BVB vier Tore in einem Spiel der Königsklasse. Mit dem 4:2-Sieg über den FC Kopenhagen ist Dortmund nach drei Spieltagen auf einem guten Weg ins Achtelfinale.
Die fast unheimliche Effizienz des BVB vor dem gegnerischen Tor in der Champions League ist entscheidend. Mit insgesamt zwölf Toren übertrifft Dortmund vor der zweiten Hälfte des dritten Spieltags nur den Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Während PSG dafür 61 Schüsse abgab, von denen 28 aufs Tor gingen, benötigte der BVB nur 32 Schüsse, von denen 18 das Tor fanden.
Statistisch gesehen benötigt Dortmund somit 2,67 Schüsse und 1,5 Schüsse aufs Tor, um ein Tor zu erzielen. Im Vergleich dazu benötigt PSG 4,69 Schüsse und 2,15 Schüsse aufs Tor für einen Treffer. Nach dem Spiel in Kopenhagen freute sich Trainer Niko Kovač über die individuelle Qualität seiner Spieler, die aus wenigen Chancen viel herausholen können. Besonders bemerkenswert ist die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern.
Bereits neun verschiedene Spieler haben sich in die Torschützenliste eingetragen: Felix Nmecha führt mit drei Treffern nach seinem Doppelpack gegen Kopenhagen, während Ramy Bensebaini am Dienstag seinen zweiten Strafstoß in dieser Runde verwandelte. Weitere Torschützen sind Karim Adeyemi, Julian Brandt, Carney Chukwuemeka, Yan Couto, Serhou Guirassy, Fábio Silva und Daniel Svensson.
Obwohl Guirassy, der als „Lebensversicherung“ des BVB gilt und Co-Torschützenkönig der Vorsaison war, bislang nur einen Treffer erzielt hat, hat dies dem BVB nicht geschadet. Im Gegenteil, es zeigt die Stärke des Teams, dass es auch ohne seinen Haupttorschützen erfolgreich ist. Interessanterweise war sein Treffer ein abgefälschter Schuss von Marcel Sabitzer gegen den Athletic Club.
Die Vielzahl an Torschützen ist ein Zeichen für die Qualität des Teams, jedoch bedarf die beeindruckende Effizienz des BVB einer Einordnung. Die Mannschaft befindet sich in einer Phase der sogenannten „Überperformance“. Dies wird deutlich, wenn man die Expected Goals-Statistik (xG) betrachtet, die die Chancenqualität und die Wahrscheinlichkeit eines Tores misst.
In den Spielen gegen Juventus (4:4) und Bilbao (4:1) erzielte Dortmund acht Tore bei einem kumulierten xG-Wert von nur 2,80, und das Kopenhagen-Spiel fügte vier weitere Tore bei einem xG-Wert von 1,59 hinzu. Insgesamt hat der BVB zwölf Tore bei einem xG-Wert von lediglich 4,39 erzielt. Dies bedeutet, dass Dortmund fast acht Tore mehr erzielt hat, als aufgrund der Qualität der Chancen statistisch zu erwarten gewesen wäre.
Eine solch massive Überperformance ist über eine gesamte Saison hinweg kaum aufrechtzuerhalten. Realistischer ist eine Normalisierung in den kommenden Spielen – zumindest aus mathematischer Sicht. Dies würde bedeuten, dass der BVB mehr Schüsse generieren muss, um weiterhin Tore zu erzielen.
Für die Fans, die sich weniger für Statistiken interessieren, könnte dies auch Auswirkungen auf die kommenden Gegner haben. Dortmund wird Anfang November auf Manchester City (auswärts) treffen und danach auch gegen den FC Villarreal, die Tottenham Hotspur und Inter Mailand antreten. Nur die Norweger vom FK Bodö/Glimt reisen als klare Außenseiter ins Ruhrgebiet.
Umso wichtiger ist, dass der BVB mit sieben Punkten aus drei Spielen – darunter zwei Auswärtsspiele – gut in die Gruppenphase gestartet ist. Selbst wenn die sogenannte „Regression zur Mitte“ einsetzt, bleibt Dortmund im Rennen um einen der begehrten acht Plätze an der Spitze der Tabelle, die den Einzug ins Achtelfinale ohne die Zwischenrunde im Februar 2026 ermöglichen.