Borussia Dortmunds Filippo Mane begeistert beim DFB-Pokal-Debüt
Borussia Dortmund hat sich im DFB-Pokal gegen RW Essen in die zweite Runde gekämpft, wobei ein Debütant eine entscheidende Rolle spielte.
Dortmund/Essen – In der Nachspielzeit des Erstrundenspiels im DFB-Pokal gegen Rot-Weiss Essen sorgte Filippo Mane mit einer spektakulären Rettungstat dafür, dass sein Team in die nächste Runde einzog. Im Fallen spitzelte der 20-Jährige den Ball vor Dominik Martinovic weg und traf dabei leicht den Gegenspieler am Kopf. Für Schiedsrichter Frank Willenborg war dies jedoch nicht ausreichend, um einen Elfmeter zu verhängen.
„Er war großartig“, schwärmte der überragende Gregor Kobel in der Mixed Zone über seinen jungen Teamkollegen und insbesondere über diese entscheidende Szene: „Ich habe noch niemanden darüber reden hören, aber das war eine großartige Tat, fast ein Fallrückzieher. Das war wirklich beeindruckend, das muss man so sagen. Der Junge hat viel Qualität.“
Vor dem Spiel hatte Trainer Kovač bereits angekündigt, dass Mane seine Chance bekommen würde. „Wenn wir ihm jetzt nicht die Möglichkeit geben, in einem Erstrundenspiel im Pokal gegen einen Drittligisten ...“, sagte der Trainer rhetorisch. Diese Entscheidung wurde ihm durch den Bluterguss in der Wade von Julian Ryerson, der aus einem Trainingsunfall resultierte, abgenommen.
„Es war die logische Konsequenz aus der Verletzung von Niklas Süle, dass wir Filippo spielen lassen“, erklärte Kovač nach dem 1:0-Sieg gegen Essen auf der Pressekonferenz. „Ich denke, in diesem Stadion, bei dieser Atmosphäre und auch angesichts der Bedeutung des Spiels, hat er das richtig gut gemacht.“ Der Trainer lobte besonders Manes Mut: „Er hat sich bewährt.“
Mane selbst zeigte sich überwältigt von seinem ersten Profi-Einsatz: „Ich bin wirklich glücklich über mein Debüt, aber auch über unser Zu-Null-Spiel und dass wir eine Runde weiter sind“, sagte der Youngster bei BVB TV. „In dieser Woche habe ich das Interview mit dem Trainer gesehen, und viele Freunde und Familienmitglieder haben mir geschrieben. Ich bin sehr dankbar und glücklich.“
Neben seiner spektakulären Rettungsaktion überzeugte Mane mit robuster Zweikampfführung und mutiger Vorwärtsverteidigung. Im Passspiel setzte er auf Sicherheit. „Natürlich gibt es immer Kleinigkeiten, die man verbessern kann“, räumte Kovač ein. „Die einzige Situation, die ich erwähnen kann, ist eine große Chance der Essener, bei der er zu spät reagiert, aber trotzdem noch rankommt.“
Für Manes gelungenes Debüt war auch die Unterstützung seiner erfahrenen Kollegen entscheidend. „Mit Spielern wie Waldemar Anton und Ramy Bensebaini zu spielen, aber auch mit Nico Schlotterbeck oder Niklas Süle, die momentan verletzt sind, macht es mir viel einfacher“, betonte der 20-Jährige. „Sie haben viel Erfahrung und helfen mir sowohl auf als auch neben dem Platz.“
Anton bestätigte diese Unterstützung: „Es ist nicht einfach, in so einem Spiel reingeworfen zu werden. Er hat es gut gemacht. Ich halte viel von ihm. Ich werde ihm helfen, so gut ich kann, wenn er das annehmen möchte. Ich bin sehr zufrieden mit ihm.“ Diese Unterstützung wird für Mane besonders wichtig sein, da die Verletzungssituation in der BVB-Abwehr ihn wahrscheinlich häufiger in die Startelf bringen wird.
Kovač machte jedoch auch deutlich, woran Mane noch arbeiten muss: „Er war in den letzten ein, zwei Jahren oft verletzt, daher müssen wir ihn behutsam heranführen. Aber wenn er so weitermacht, wird es gut.“ Der Youngster muss konstant fit bleiben, damit der BVB konkret mit ihm planen und ihn als echte Alternative in der Innenverteidigung etablieren kann.
Mane hat mit seiner Leistung sicherlich nicht dazu beigetragen, einen möglichen Transfer in der Innenverteidigung wahrscheinlicher zu machen. Angesichts der aktuellen Verletzungssituation – neben den drei Innenverteidigern fiel in der Nachspielzeit auch Yan Couto einem brutalen Foul zum Opfer – muss der BVB jedoch über eine Verstärkung nachdenken.
Für Mane war das Debüt in jedem Fall ein Erfolg, den er noch lange in Erinnerung behalten wird. „Das Trikot bekommt vielleicht mein Berater oder jemand aus der Familie als Erinnerung an diesen wundervollen Tag“, verriet er. Ein gelungener erster Schritt – der nächste Test steht wahrscheinlich am Samstag beim Bundesliga-Auftakt auswärts gegen den FC St. Pauli an.