Borussia Mönchengladbach: Tabaković und Machino sollen Sturm stärken
Haris Tabaković und Shuto Machino wurden von Borussia Mönchengladbach verpflichtet, um die Lücke im Sturm zu schließen. Wie groß diese Lücke tatsächlich ist, wurde beim Spiel gegen den Hamburger SV deutlich.
In den ersten Wochen der Saison ist Tim Kleindienst, der offizielle Kapitän von Borussia Mönchengladbach, nach außen hin kaum sichtbar. Der deutsche Nationalspieler befindet sich seit Mai aufgrund einer Knieverletzung in der Rehabilitation. Während er seine Rolle als Führungsspieler in der Kabine ausleben kann, bleibt ihm der Einsatz auf dem Platz verwehrt.
Bis auf Weiteres sollen nun Tabaković und Machino die Offensive beleben. Machino hatte aufgrund von Wadenproblemen einen schwierigen Start in Mönchengladbach und konnte lediglich einen kurzen Einsatz beim torlosen Unentschieden gegen den HSV am Sonntag absolvieren. Tabaković hingegen benötigt Zeit, um sich auf dem Spielfeld zurechtzufinden, doch im Profifußball ist Zeit oft ein rares Gut.
Der Saisonstart des 31-jährigen Stürmers verlief durchwachsen. Eine Woche vor dem Bundesliga-Auftakt gewann Gladbach im DFB-Pokal gegen Atlas Delmenhorst mit 3:2. In diesem Spiel verzeichnete Tabaković vier Torschüsse mit einem Wert von 0,69 erwarteten Toren und hatte Pech, als ein Schuss an die Latte ging. Während der Partie sammelte er 29 Ballkontakte, darunter 9 im gegnerischen Strafraum. Statistisch gesehen gewann er jedoch nur einen von sieben Zweikämpfen am Boden und zwei von zehn in der Luft.
Nach dem Liga-Duell gegen den HSV verzeichnete Tabaković insgesamt vier Torschüsse und 0,59 erwartete Tore. Zudem wurden ihm 15 Ballkontakte und 5 Kontakte im gegnerischen Strafraum zugeschrieben. Seine Zweikampfquote fiel mit zwei von sechs gewonnenen Duellen am Boden sowie drei von elf in der Luft eher bescheiden aus. Diese Werte sollten jedoch mit Vorsicht betrachtet werden, da unterschiedliche Dienstleister unterschiedliche Definitionen und Zählweisen verwenden.
Trotz seiner schwachen Zweikampfquote blieb Tabaković bei seinem Liga-Debüt für Borussia blass. „Als Stürmer geht es darum, Tore zu schießen, aber das Spiel war nicht einfach. Sie standen sehr gut, es war mühsam, die Lücken zu finden“, lautete sein Fazit in der Mixed Zone. „Offensiv müssen wir Lösungen finden. Das ist die Bundesliga, man hat in den 90 Minuten nicht viele Chancen.“
Die ersten Pflichtspiele zeigen jedoch auch, dass Kleindienst nur schwer zu ersetzen ist. Der DFB-Stürmer sticht besonders in defensiven Kategorien hervor. Laut offizieller Bundesliga-Statistik gewann Kleindienst in der vergangenen Saison die drittmeisten Zweikämpfe und die zweitmeisten Kopfballduelle aller Bundesligaspieler und beging zudem die zweitmeisten Fouls an Gegnern.
Der Kapitän ist ein Spieler, der sich an seinen Gegenspielern abarbeitet, sie in viele unangenehme Duelle zwingt und im Pressing ständig Druck ausübt. Im Gegensatz dazu sind von Tabaković hauptsächlich Abschlüsse im Strafraum zu erwarten, sofern er die nötigen Flanken erhält.
Machino bringt zwar Tempo und Intensität ins Spiel, doch auch der Japaner wird Kleindienst bis zu dessen Rückkehr im Laufe der Hinrunde nicht ersetzen können. Wie groß die Lücke ist, wurde besonders im Spiel gegen den HSV deutlich. In der Offensive muss daher schnellstmöglich umgeschaltet werden, um weiterhin erfolgreich zu sein.