Borussia Mönchengladbach: Trainer Seoane setzt auf Neuausrichtung

Borussia Mönchengladbach: Trainer Seoane setzt auf Neuausrichtung

Das Auftaktspiel von Borussia Mönchengladbach bot nicht nur sportliche, sondern auch spannende Einblicke in die Kaderentscheidungen des Trainers Gerardo Seoane.

In Mönchengladbach haben Seoane und Sport-Geschäftsführer Roland Virkus bewusst entschieden, das letzte Jahr im Vertrag abzuwarten, nachdem die vergangene Saison nicht den gewünschten positiven Abschluss fand. Statt einer vorzeitigen Vertragsverlängerung haben beide Seiten vereinbart, im Herbst erneut über die Zusammenarbeit zu sprechen.

Virkus hat bereits umfassende Vorbereitungen für die neue Saison getroffen. Neben den Verpflichtungen von Kevin Diks, Jens Castrop, Haris Tabaković und Shuto Machino, sorgte er auch mit den Abgängen von Stefan Lainer, Alassane Pléa und Ko Itakura für Platz für aufstrebende Talente. Nun liegt es an Seoane, diese Talente weiterzuentwickeln und Argumente für eine Vertragsverlängerung zu sammeln.

Seoane, der seit 2023 im Amt ist und bei erfolgreicher Vertragsverlängerung als dritter Trainer nach Hans Meyer und Lucien Favre drei Jahre an der Seitenlinie stehen würde, hat in den letzten Wochen deutlich gemacht, dass er alles daran setzen möchte, um aus dem Negativtrend der letzten Saison gestärkt hervorzugehen.

Im Vorfeld des DFB-Pokalspiels gegen Atlas Delmenhorst (3:2) entschied sich Seoane für Moritz Nicolas als Stammtorhüter und ernannte Tim Kleindienst zum Kapitän sowie Rocco Reitz zu dessen Stellvertreter. Die bisherigen Kapitäne Jonas Omlin und Julian Weigl wurden aus dem Mannschaftsrat ausgeschlossen und saßen im ersten Pflichtspiel über 90 Minuten auf der Bank.

Zusätzlich zu Omlin und Weigl mussten auch Florian Neuhaus, der nach einer zeitweiligen Suspendierung wieder im Profi-Kader ist, sowie Dauerreservist Marvin Friedrich auf der Bank Platz nehmen. Im Spiel gegen Delmenhorst wurden Fabio Chiarodia, Luca Netz, Jens Castrop, Philipp Sander, Grant-Leon Ranos und Oscar Fraulo eingewechselt.

Seoanes Entscheidung, Omlin und Weigl auf die Bank zu setzen, ist ein klares Signal. Weigl und Neuhaus müssen sich hinter Castrop und Fraulo einreihen, während Friedrich bereits am Ende der letzten Saison hinter Chiarodia zurückgefallen ist und in der Vorbereitung keinen Boden gutmachen konnte.

In Oldenburg fand Borussia eine der teuersten Bankreihen seit Langem vor. Für Omlin, Weigl und Friedrich zahlte der Verein Ablösesummen von etwa 21,5 Millionen Euro. Neuhaus zählt zu den Topverdienern im Kader, während auch Weigl und Omlin im oberen Gehaltssegment angesiedelt sind.

Angesichts dieser finanziellen Dimension ist es notwendig, das Quartett kritisch zu betrachten. Die hohen Gehaltsausgaben bleiben ein Thema, da der Klub sich langfristig keine Spitzenverdiener auf der Bank leisten kann. Zudem sind bei den Spielern keine hohen Ablösesummen zu erwarten, die die früheren Investitionen ausgleichen könnten.

Gerüchte über mögliche Transfers bis zur Deadline sind nicht überraschend. Omlin und Weigl haben sportliche Ambitionen, die vorerst unerfüllt bleiben. Es bleibt abzuwarten, ob Weigl, sollte er bleiben, sich noch einmal zurückkämpfen kann.

Neuhaus hingegen strebt einen Verbleib bei Borussia an, während nur der Zweitligist Fortuna Düsseldorf öffentlich Interesse bekundet hat. Der frühere deutsche Nationalspieler dürfte jedoch kaum in der 2. Bundesliga spielen wollen.

Im vergangenen Transferwinter zeigte die TSG Hoffenheim Interesse an Friedrich, doch aufgrund der kurzen Zeit konnte kein Ersatz gefunden werden, sodass der 29-Jährige blieb. Sollte sich Diks am Sonntag schwerer verletzen, könnte Gladbach in der Defensive nachlegen, was einen Abgang nach der Hinrunde vorstellbar machen würde. Dies bleibt jedoch Spekulation.

Trotzdem steht Gladbach aufgrund der veränderten sportlichen Situation vor neuen Herausforderungen. Seoanes Bereitschaft, prominente Spieler auf die Bank zu setzen, zeigt seinen Willen, das Ruder herumzureißen. Gleichzeitig ist Virkus gefordert, Lösungen für die betroffenen Spieler zu finden, die für alle Seiten akzeptabel sind.

Topics

Related news