Borussia Mönchengladbach trennt sich von Gerardo Seoane
Gerardo Seoane hat die Erwartungen von Borussia Mönchengladbach nicht erfüllt, was zur Trennung führte und auf mehrere Probleme im Verlauf seiner Amtszeit hinweist.
Update vom 15. September 2025: Borussia Mönchengladbach hat die Zusammenarbeit mit Gerardo Seoane beendet. Dies gab der Verein am Montagnachmittag bekannt. „Nach nun saisonübergreifend zehn Bundesligaspielen ohne Sieg ist unser Vertrauen in eine Wende mit Gerardo geschwunden“, erklärte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus in einer Pressemitteilung.
Bis auf Weiteres wird U23-Trainer Eugen Polanski die Mannschaft übernehmen.
Erstmeldung vom 15. September 2025: Mönchengladbach – Seit seiner Ernennung zum Cheftrainer im Sommer 2023 hat Gerardo Seoane mehrere Krisen durchlebt. In seiner Debütsaison wartete der Schweizer sechs Spieltage auf den ersten Sieg, erreichte insgesamt sieben Siege und führte die Fohlen-Elf auf Platz 14.
In der Saison 2024/25 feierte Gladbach zwei Siege in den ersten sechs Bundesliga-Spielen. Nach dem DFB-Pokal-Aus gegen Eintracht Frankfurt am 31. Oktober 2024 drohte jedoch Seoanes Entlassung. Borussia verlor trotz Überzahl und kassierte die Gegentore, die zuvor besprochen worden waren. Ein Aufwärtstrend war nicht in Sicht, bis ein 4:1-Sieg gegen Werder Bremen im November den Knoten platzen ließ und die Mannschaft bis Ende März auf einen Höhenflug ging.
Seit April jedoch befindet sich das Team in einem schleichenden Abwärtstrend. Saisonübergreifend stehen zehn sieglose Spiele in der Bundesliga zu Buche, und fünfmal blieb Borussia ohne eigenen Treffer. Der Negativrekord von zwölf Spielen ohne Sieg, erreicht in den Abstiegsjahren 1998/99 und 2006/07 sowie zwischen dem Abstieg und dem Start in der 2. Bundesliga 2007, ist in greifbarer Nähe.
Seoanes Argumente schwinden. Wettbewerbsübergreifend hat der Trainer einen Schnitt von 1,22 Punkten pro Spiel, was in diesem Jahrtausend nur von Michael Frontzeck (1,05 Punkte), Hans Meyer (1,04 Punkte), Dick Advocaat (1 Punkt) und Jupp Heynckes (0,9 Punkte) unterboten wurde.
Im Vergleich dazu erreichte Seoanes Vorgänger Daniel Farke in der Saison 2022/23 1,28 Punkte pro Spiel, während Adi Hütter 2021/22 auf 1,38 Punkte kam. Selbst André Schubert, der zwischen November 2015 und Dezember 2016 vom Interims- zum Cheftrainer befördert wurde, erzielte 1,41 Punkte pro Spiel.
Besonders die Heimbilanz ist ein großer Schwachpunkt in Seoanes Ära. Von 36 Bundesliga-Heimspielen wurden nur zwölf gewonnen, und die 0:4-Niederlage gegen Bremen war die 14. Pleite in diesem Zeitraum. Im Kalenderjahr 2025 erzielte Gladbach im Borussia-Park lediglich zwei Siege, drei Unentschieden und sechs Niederlagen, darunter ein 0:3 gegen den FC Augsburg und ein 1:3 gegen Mainz 05.
Hinzu kommt, dass Seoane die seit 2020/21 bestehenden Defensivprobleme nicht gelöst hat. Unter Rose kassierte Gladbach 56 Gegentore in der Bundesliga, unter Hütter waren es 61 und unter Farke 55. Seoanes Bilanz steht bei 67 Gegentoren in 2023/24 und 57 Gegentoren in 2024/25.
In Abwesenheit von Tim Kleindienst fehlt zudem ein Vollstrecker im gegnerischen Strafraum. Gegen den VfB Stuttgart und Werder Bremen vergab Gladbach mehrere Chancen. Während der VfL in den beiden vorherigen Spielzeiten jeweils fünf Tore an den ersten drei Spieltagen erzielte, steht bislang kein Treffer zu Buche.
Im Mai 2024 schien es plausibel, dass Sport-Geschäftsführer Roland Virkus dem Trainer eine zweite Chance gab und mit David Zibung eine Vertrauensperson ins Boot holte. Im Mai 2025 wirkte das Festhalten an Seoane jedoch fragwürdig, und im September desselben Jahres erscheint eine Trennung immer wahrscheinlicher. Die Gründe dafür sind offensichtlich.