Borussia Mönchengladbach trennt sich von Gerardo Seoane

Borussia Mönchengladbach trennt sich von Gerardo Seoane

Die Niederlage gegen Werder Bremen hat das Aus von Gerardo Seoane als Trainer von Borussia Mönchengladbach besiegelt. Steht nun Eugen Polanski vor der Aufgabe, die Mannschaft zu leiten?

In einem Update vom 15. September 2025, 17:38 Uhr, gab der Verein die Trennung von Seoane bekannt. Roland Virkus erklärte in einer offiziellen Mitteilung: „Nach einer intensiven Analyse unseres Saisonstarts sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine Veränderung auf der Position des Cheftrainers vornehmen müssen. Nach nun insgesamt zehn Bundesligaspielen ohne Sieg ist unser Vertrauen in eine Wende mit Gerardo verloren gegangen.“

Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass Eugen Polanski vorerst als Interimstrainer fungieren wird.

In der ersten Mitteilung am 15. September 2025 hieß es, dass Seoane bis Montagmittag weiterhin Cheftrainer sei. Er hatte das Training nach der 0:4-Niederlage gegen Werder Bremen geleitet. Die Verantwortlichen hatten jedoch hinter den Kulissen über die aktuelle Situation diskutiert, wie Virkus am Sonntagabend angekündigt hatte.

Es gibt zahlreiche Gründe, die gegen eine Fortsetzung von Seoanes Tätigkeit sprechen. Gladbach wartet seit zehn Bundesligaspielen auf einen Sieg und hat in den letzten fünf Partien kein einziges Tor erzielt. Von 71 Bundesliga-Spielen unter Seoane gewann die Mannschaft lediglich 20, was einem Schnitt von 1,13 Punkten pro Spiel entspricht. Besonders besorgniserregend ist die Defensive, die unter seiner Leitung 129 Gegentore kassiert hat – das entspricht etwa 1,8 Gegentoren pro Spiel.

Die Fans haben die Hoffnung auf eine Wende unter Seoane verloren. Bei der Bekanntgabe der Startaufstellung wurde er am Sonntag ausgepfiffen, und sowohl zur Halbzeit als auch nach dem Abpfiff mussten die Spieler ein Pfeifkonzert über sich ergehen lassen. Bereits zum Ende der letzten Saison gab es großen Unmut über den Trainer, dennoch war der Klub überzeugt, dass die Zukunft in dieser Konstellation erfolgreich gestaltet werden könnte.

Der Bundesliga-Spielplan ließ jedoch erahnen, dass es für Seoane ungemütlich werden könnte. Nach den Spielen gegen den Hamburger SV, den VfB Stuttgart und Werder Bremen stehen nun Bayer Leverkusen, Eintracht Frankfurt und SC Freiburg auf dem Programm. Zwei Siege aus den ersten drei Spielen wären notwendig gewesen, um nicht mit leeren Händen dazustehen – nun ist genau dies der Fall.

Mit Eugen Polanski steht möglicherweise eine interne Lösung für den Trainerposten bereit. Der ehemalige Profi hat in den letzten Jahren bei der U23-Mannschaft gute Arbeit geleistet. Eine Beförderung zu den Profis birgt jedoch das Risiko, sich gegen Leverkusen, Frankfurt und Freiburg zu bewähren.

Ein neuer Trainer hätte nur wenige Tage Zeit, um der Mannschaft Sicherheit und Vertrauen zu geben. Ob dies gegen Gegner dieser Klasse ausreicht, bleibt fraglich, angesichts der schwachen Leistungen zu Saisonbeginn. Alternativ könnte Polanski bis zur Länderspielpause einspringen und erste Erfahrungen in der Bundesliga sammeln, bevor ein neuer Trainer übernimmt.

In der jüngeren Vergangenheit hat Gladbach dreimal während der Saison einen Trainerwechsel vollzogen. Lucien Favre sammelte nach seiner Übernahme im Februar 2011 in zwölf Spielen 20 Punkte und rettete die Fohlen in die Relegation. Sein Nachfolger André Schubert überzeugte die Verantwortlichen im September 2015 mit 24 Punkten in elf Spielen und wurde zum Cheftrainer befördert.

Schubert wurde im Dezember 2016 von Dieter Hecking abgelöst, der in seinen ersten zwölf Bundesliga-Spielen 23 Punkte sammelte. Ob Polanski, dem großes Potenzial für eine Karriere im Profibereich nachgesagt wird, eine ähnliche Bilanz erzielen könnte, bleibt ungewiss, da er noch keine entsprechenden Nachweise vorlegen kann.

Die Frage bleibt, welche anderen Trainer zur Verfügung stehen. Urs Fischer, Pellegrino Matarazzo oder Bo Svensson erscheinen auf den ersten Blick als mögliche Alternativen. Fans diskutieren zudem über Tim Walter und Ruud van Nistelrooy sowie über ein Comeback von Marco Rose oder ein Engagement von Edin Terzić.

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