Borussia Mönchengladbach verkauft Stadionnamen an Ista
Borussia Mönchengladbach hat die Namensrechte für ihr Stadion an die Ista verkauft. Ab der Saison 2026/27 wird das Stadion im Borussia-Park als ista-Borussia-Park bekannt sein. Ista, ein Anbieter von Energieversorgungsdiensten, wird jährlich über vier Millionen Euro in die Kassen des Vereins spülen.
In Mönchengladbach wurde nun ein weiterer Schritt in Richtung Kommerzialisierung vollzogen: Für die Saisons 2026/27 bis 2030/31 hat Borussia Mönchengladbach seine Rechte am Stadionnamen verkauft. Diese Entwicklung ist Teil eines Trends, der im neuen Jahrtausend aus den USA nach Deutschland geschwappt ist. Anstatt den Stadien Namen mit regionalem Bezug zu geben oder legendäre Spieler des Vereins zu ehren, verkaufen viele Clubs ihre Namensrechte an kommerzielle Partner.
Nur wenige Vereine, wie der FC St. Pauli (Millerntor) und Union Berlin (Alte Försterei), kommen ohne kommerzielle Namensgebung aus. In Bremen heißt das Stadion zwar wieder Weserstadion (zuvor bis 2024 „wohninvest“), jedoch wurde dort eine Zusammenarbeit mit Werbepartnern im Stadionumfeld vereinbart. Auch das Stadion des Hamburger SV wird nur als Volksparkstadion bezeichnet, während Mäzene und Sponsoren die Namensrechte halten.
Der FC Bayern München baute sein neues Stadion in Kooperation mit der Allianz Versicherung, was den Stadionnamen für die Fans nachvollziehbar machte. Bei Traditionsvereinen wie Borussia Dortmund (Signal Iduna Park statt Westfalenstadion), Eintracht Frankfurt (Deutsche Bank Park statt Waldstadion), VfB Stuttgart (MHP-Arena statt Neckarstadion) und 1. FC Köln (Rhein-Energie-Stadion statt Müngersdorfer Stadion) gestaltet sich die Namensgebung oft komplizierter.
Die sogenannten „Plastikklubs“ wie die TSG 1899 Hoffenheim mit der PreZero-Arena, Bayer 04 Leverkusen mit der BayArena, die Volkswagen-Arena in Wolfsburg oder die Red Bull Arena in Leipzig zeigen, dass sie bei Stadionnamen weniger empfindlich sind. Auch kleinere Traditionsvereine wie der FC Augsburg (WWK-Arena) und der SC Freiburg im neuen Europa-Park-Stadion setzen auf kommerzielle Lösungen.
Die Mewa-Arena in Mainz und selbst der kleinste Bundesligist, der 1. FC Heidenheim, der seinen Stadionnamen an die Firma Voith verkauft hat, sind ebenfalls Teil dieses Trends. Mit dem Verkauf der Namensrechte ist Borussia Mönchengladbach nun der 16. von 18 Bundesligaklubs, die ihren Stadionnamen kommerziell teilen.