Bundesliga-Auftakt: Torreiche Spiele und Gladbachs Distanzproblematik

Bundesliga-Auftakt: Torreiche Spiele und Gladbachs Distanzproblematik

Am ersten Spieltag der neuen Bundesliga-Saison fielen zahlreiche hochkarätige Tore, während die Konkurrenz Borussia Mönchengladbach demonstrierte, wie es geht.

Mönchengladbach – Trotz eines chancenarmen 0:0 zwischen Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV bot der Bundesliga-Auftakt an diesem Wochenende viel Spektakel. In insgesamt neun Partien wurden 32 Tore erzielt, darunter das beeindruckende 6:0 des FC Bayern gegen RB Leipzig, der 4:1-Sieg von Eintracht Frankfurt gegen Werder Bremen und das torreiche Remis zwischen dem FC St. Pauli und Borussia Dortmund (3:3).

Insbesondere am Samstag konnten die TV-Zuschauer einige Tore mit einem „Wow“-Faktor bestaunen. Leo Scienza (1. FC Heidenheim) verwandelte gegen den VfL Wolfsburg einen direkten Freistoß, während Andreas Skov Olsen für die Niedersachsen aus über 20 Metern ins Netz traf. Auch Ilyas Ansah (Union Berlin), Can Uzun (Eintracht Frankfurt), Eric Smith (FC St. Pauli) und Tim Lemperle (1899 Hoffenheim) erzielten aus der Distanz Tore.

Mit sechs Toren aus der Distanz hat sich die Bundesliga eindrucksvoll aus der Sommerpause zurückgemeldet und gleichzeitig Borussia Mönchengladbach einen Spiegel vorgehalten. Unter Trainer Gerardo Seoane hat die Borussia selten aus der Distanz geschossen. Laut Opta belegte Gladbach in der Saison 2023/24 mit sechs Toren außerhalb des Strafraums den achten Platz im Vergleich, fiel jedoch in der Saison 2024/25 mit nur zwei Treffern auf den letzten Platz zurück.

Die Strategie, sich im letzten Drittel bis in den Strafraum zu kombinieren und aus kürzeren Distanzen abzuschließen, hat bei Borussia seit der letzten Saison Priorität. Mit 53 Treffern innerhalb des Sechzehners war die Seoane-Elf in der vergangenen Saison die sechstbeste Mannschaft, in der Saison 2023/24 erzielte sie noch 50 Tore und belegte Platz sieben in dieser Statistik.

Das Spiel gegen den HSV verdeutlichte jedoch, dass gerade in engen Partien, in denen der Gegner tief verteidigt und wenig Raum lässt, ein „Scharfschütze“ von Vorteil sein kann. Obwohl Borussia einige Versuche aus der zweiten Reihe unternahm, abgesehen von Rocco Reitz' Schlenzer in der 65. Minute, der von Daniel Heuer Fernandes am langen Pfosten abgewehrt wurde, blieb die Gefahr jedoch begrenzt.

Ein Blick auf das Offensivpersonal wirft die Frage auf, welche Spieler für Distanzschüsse in Frage kommen. Philipp Sander ist ein möglicher Kandidat, während Kevin Stöger vor allem als Zulieferer agiert. Franck Honorat hat einen kraftvollen Schuss, kommt jedoch selten in Abschlusspositionen. Letztlich bleibt Robin Hack, der von der linken Außenbahn ins Zentrum einrückt, als potenzielle Waffe.

Die Abnahme der Gladbacher Distanztore ist indes eine bemerkenswerte Entwicklung. In der Saison 2023/24 erzielten die Bundesligisten insgesamt 111 Tore aus der Distanz, während es in der Saison 2024/25 bereits 128 Tore waren. Während die Konkurrenz mehr Gefahr aus der Distanz entwickelt, verzeichnete Gladbach in der vergangenen Saison eine durchschnittliche Schussdistanz von rund 15 Metern, was den fünftniedrigsten Wert darstellt. Hier könnte ein Ansatzpunkt für Verbesserungen liegen.

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