BVB gibt Punkte gegen Bodö/Glimt ab - Defensivprobleme im Fokus
Borussia Dortmund hat erneut zwei wichtige Punkte verschenkt. Das Team, das unter Trainer Niko Kovač bislang als stabil galt, sieht sich mit einem Problem konfrontiert, das er mit Mathematik beschreibt.
Dortmund – Die Enttäuschung ist groß bei Borussia Dortmund. Mit einem Pflichtsieg gegen den FK Bodö/Glimt wollte der BVB seine gute Ausgangslage in der Champions League sichern. Das 2:2-Unentschieden gegen den norwegischen Underdog hat jedoch die direkte Qualifikation für das Achtelfinale in weite Ferne gerückt. Im Januar trifft die Mannschaft auf die starken Gegner Tottenham Hotspur und Inter Mailand.
Mehr als der Punktverlust selbst ärgert die Beteiligten die Art und Weise des Spiels. Felix Nmecha kritisierte in der Mixed Zone, unter anderem gegenüber dem Fußballportal Absolut Fussball, eine gewisse Arroganz der Mannschaft. Nico Schlotterbecks Ausbruch bei DAZN sorgte für Aufregung. Niko Kovač ließ seiner Frustration unmittelbar nach dem Schlusspfiff in der Kabine freien Lauf, wie Sportdirektor Sebastian Kehl berichtete.
In seinen öffentlichen Auftritten zeigte sich Kovač jedoch analytisch. „Fußball gewinnt man, wenn man hinten weniger Tore kassiert als man vorne erzielt. Relativ einfach“, sagte der 54-Jährige am späten Mittwochabend.
Wenige Stunden später stand Kovač erneut vor Journalisten, diesmal in der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg. Er wiederholte seine Aussage vom Vorabend: „Wenn wir zwei oder mehr Tore kassieren, haben wir kein Spiel gewonnen, das ist Fakt. Egal ob gegen Juventus, ManCity, St. Pauli, Stuttgart, Bayern oder Bodö.“
Allerdings ist diese Aussage nicht ganz korrekt, da der BVB im Champions-League-Spiel gegen den FC Kopenhagen einen 4:2-Sieg errang. Dennoch bleibt Kovačs zentrale Botschaft bestehen: „Die Punkte, die wir aufgrund der vielen kassierten Tore liegen gelassen haben, zeigen deutlich, dass eine gute Defensivleistung der gesamten Mannschaft erforderlich ist, um Führungen über die Zeit zu bringen.“
Schlotterbeck hatte in einem vielbeachteten Interview die fehlende Killer-Qualität des BVB kritisiert. Kovač sieht das ähnlich: „Wenn wir in Führung liegen, ist das positiv, denn wir haben uns das erarbeitet. Dann gilt es, diese Führung zu kontrollieren und über die Zeit zu bringen.“
Gegen Bodö/Glimt fehlte dem Trainer vor allem die Cleverness. Besonders ärgerlich war das 2:2, das der BVB in Unterzahl kassierte, nachdem Aaron Anselmino sich verletzt hatte. „Das zweite Tor ärgert mich maßlos, weil wir in Unterzahl waren und es nicht geschafft haben, die Luft aus dem Spiel zu nehmen. Da hat uns die Cleverness gefehlt, das muss man ganz klar sagen.“
Mit diesem Unentschieden hat sich der BVB möglicherweise zwei zusätzliche Spiele eingehandelt. Die Teams auf den Plätzen neun bis 24 der Champions-League-Tabelle nach der Gruppenphase spielen eine Playoff-Runde um den Einzug ins Achtelfinale. Ein Playoff-Ticket hat Dortmund bei fünf Punkten Vorsprung auf Rang 25 jedoch nahezu sicher.