BVB hofft auf besseren Saisonstart trotz warnender Statistiken

BVB hofft auf besseren Saisonstart trotz warnender Statistiken

Der BVB blickt optimistisch in die Zukunft, jedoch bereitet ein langjähriges Muster Sorgen. Abwehrchef Waldemar Anton warnt vor einem möglichen Fehlstart.

Dortmund/Saalfelden – Bei Borussia Dortmund herrscht eine positive Stimmung. In der aufgrund der finanziell lukrativen Teilnahme an der FIFA Klub-WM verkürzten Saisonvorbereitung zeigt die Mannschaft von Trainer Niko Kovač einen vielversprechenden Eindruck. Die Hoffnung ist groß, dass der BVB den Schwung aus den letzten Monaten der Vorsaison mitnehmen kann.

„In erster Linie möchte ich, dass wir einen guten Start hinlegen, anders als in der letzten Saison“, äußerte Waldemar Anton während einer Medienrunde im Trainingslager von Saalfelden (Österreich). Der Verteidiger blickt auf eine turbulente erste Saison beim BVB zurück, die einem wiederkehrenden Muster folgte. Einmal mehr gab es einen Leistungsabfall im Laufe der Hinrunde, der eine Aufholjagd erforderlich machte.

Kovač übernahm den BVB Anfang Februar 2025, als das Team auf dem 11. Tabellenplatz mit 29 Punkten lag und vier Punkte Rückstand auf einen Champions-League-Platz hatte. Interimstrainer Mike Tullberg, der zuvor den glücklosen Neuling Nuri Şahin ersetzt hatte, konnte die Wende nicht herbeiführen. Nach einem schwierigen Start und weiterem Abrutschen gelang es Kovač jedoch, den BVB als zweitbeste Rückrundenmannschaft auf Platz vier zu bringen.

Die Frage bleibt, ob Kovač auch den Herbstfluch des BVB brechen kann. Die Statistik der letzten zehn Saisons ist unbarmherzig und geht weit über bloße „gefühlte Wahrheiten“ hinaus. Während Dortmund traditionell stark in die Saison startet (2,36 Punkte pro Spiel im August), bricht die Leistung ab Oktober kontinuierlich ein, mit einem Tiefpunkt im Dezember, wo der Punkteschnitt bei nur 1,49 liegt.

Hoffnungsvolle Starts, herbstliche Ernüchterung, anhaltende Diskussionen über Krisen und die Winter-Transferperiode, gefolgt von einem Neuanfang: So verlaufen viele Spielzeiten des BVB. Laut dem Fachmagazin kicker hat der BVB in jeder der letzten sechs Saisons in der Rückrunde mehr Punkte gesammelt als in den ersten 17 Spieltagen.

Die Ursachen für diese Entwicklung scheinen vielschichtig und tief verwurzelt zu sein. Häufig wurden ein eklatantes Führungsvakuum auf dem Platz, große Verletzungsprobleme und eine Transferstrategie, die gelegentlich einer Korrektur bedurfte, als Gründe angeführt, wie auch Sportchef Lars Ricken eingeräumt hat. Ob sich dieses Mal etwas ändert, bleibt abzuwarten.

Anton wird jedoch eine wichtige Rolle zukommen. In Abwesenheit des seit April verletzten Nico Schlotterbeck und angesichts des immer wahrscheinlicheren Ausfalls von Kapitän Emre Can zum Saisonstart ist der letztjährige Neuzugang als Abwehrchef gesetzt. Auch Anton selbst muss an die Leistungen anknüpfen, die er unter Kovač zeigte.

Der Verteidiger hat alle Phasen der Dortmunder Misere durchlebt: den Fehlstart, die Selbstzweifel und den Kampf um einen Stammplatz. „Das war eine Phase in meiner Karriere, die ich so noch nie erlebt habe“, blickt er in einem Interview mit Transfermarkt auf die schwierigen Monate zurück. Unter Kovač fand er jedoch zu seiner Stärke und wurde zu dem Anführer, den der Verein suchte.

Seine Warnung vor einem weiteren Fehlstart hat daher Gewicht. Der Herbst 2025 und die gesamte Hinrunde werden zeigen, ob sie gehört wurde oder ob sie zur nächsten selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Mit der Mehrfachbelastung aus Champions League und Bundesliga sowie schweren Auswärtsspielen gegen den FC Bayern, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt in der Hinrunde sind die Stolperfallen bereits gelegt.

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