BVB-Nationalspieler kehren mit gemischten Gefühlen zurück
Der Borussia Dortmund (BVB) hat im aktuellen Lehrgang 15 Nationalspieler abgestellt. Viele von ihnen kehren jedoch mit der ein oder anderen Enttäuschung nach Dortmund zurück.
Dortmund – Seit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund im Winter hat sich für Daniel Svensson die Karriere im Prinzip nur positiv entwickelt. Bei 30 Einsätzen für den BVB musste er nur dreimal als Verlierer vom Platz gehen. Im Gegensatz dazu erlebte er mit der schwedischen Nationalmannschaft in den letzten drei Länderspielen ebenfalls drei Niederlagen.
In der WM-Qualifikation steht Schweden nach vier Spielen nur mit einem Punkt da. Heimniederlagen gegen die Schweiz und den Kosovo haben für große Ernüchterung gesorgt. Schwedische Medien sprechen bereits vom „größten Fußball-Fiasko“ in der Geschichte des Landes. Dennoch könnte Schweden 2026 bei der WM dabei sein, da durch den Sieg in der UEFA Nations League Gruppe C1 ein Playoff-Platz reserviert ist.
Viel lieber wäre es Svensson, wenn die Qualifikation nicht so schlecht verlaufen würde. Die Zeitung Aftonbladet bezeichnet die Situation als „totale Schande“. Den übrigen 14 BVB-Nationalspielern im Oktober-Lehrgang erging es nicht ganz so dramatisch, jedoch gab es für die meisten von ihnen auch keinen großen Aufschwung.
Am zufriedensten dürfte wahrscheinlich Nico Schlotterbeck aus dem DFB-Team sein, der im Spiel gegen Nordirland vielfach als bester Spieler ausgezeichnet wurde. Gregor Kobel hielt im Tor der Schweiz nicht nur gegen Schweden, sondern auch gegen Slowenien die Null und egalisierte mit seinem fünften Zu-null-Spiel in Folge einen Rekord seines Vorgängers Yann Sommer.
Jobe Bellingham wird die zwei 90-minütigen Einsätze als Kapitän der englischen U21 gutgetan haben, da er mit seinem Team Pflichtsiege gegen Moldawien und Andorra erringen konnte. Doch damit enden die positiven Erfahrungen der insgesamt 15 Dortmunder auf ihren Länderspielreisen.
Marcel Sabitzer musste mit Österreich nach einem lockeren 10:0 gegen San Marino eine bittere Niederlage gegen einen ernsthaften Gegner hinnehmen. In der 95. Minute kassierte das ÖFB-Team das entscheidende Gegentor beim 0:1 in Rumänien. Die Reaktionen in der Alpenrepublik sind eindeutig: „Deppert“ ist das Wort der Stunde.
Serhou Guirassy hatte hingegen keinen Einsatz. Der BVB-Stürmer reiste vorzeitig von der Nationalmannschaft Guineas ab. „Aus Liebe“ sei er trotz Oberschenkelproblemen angereist, die ihn zuletzt auch bei Dortmund beschäftigt hatten, ließ der Verband wissen. In Dortmund hofft man, dass die Zwangspause dem Stürmer zugutekommen wird und er am Samstag gegen den FC Bayern spielen kann.
Das bringt uns zum nächsten Punkt: Niko Kovač wird bei der Rückkehr seiner Nationalspieler vor allem wissen wollen, wie sie die Einsätze und Reisen überstanden haben. In den kommenden 22 Tagen stehen sieben Spiele an, darunter sechs Auswärtsspiele, einschließlich des Topspiels in München. Es wird eine enorme Anstrengung des gesamten Kaders erfordern, um in dieser Phase erfolgreich zu sein.
Der ausgebliebene Aufschwung aus den Länderspielen ist verkraftbar, sofern der BVB die in den letzten Monaten gezeigte Stabilität beibehält. Die Schwarzgelben müssen selbst die nötige Energie für den herausfordernden Herbst entwickeln. Daniel Svensson will schließlich seine beeindruckende Bilanz nicht gefährden.