BVB setzt auf defensive Taktik im Bundesliga-Klassiker gegen Bayern
Der BVB möchte die Bundesliga im bevorstehenden „Klassiker“ gegen den FC Bayern spannend halten. Trainer Niko Kovač sorgt mit einer defensiven Aufstellung für Überraschung.
Update vom 18. Oktober, 17:32 Uhr: Die Aufstellung von Borussia Dortmund für den „Klassiker“ beim FC Bayern steht fest! Trainer Niko Kovač überrascht mit gleich zwei Entscheidungen: Anstelle des seit Monaten gesetzten Ramy Bensebaini wird Niklas Süle in der Dreierkette verteidigen. Dadurch könnte der leicht angeschlagene Nico Schlotterbeck auf die linke Seite rücken, während Süle oder Waldemar Anton die zentrale Position einnehmen.
Zusätzlich setzt Kovač auf ein starkes Mittelfeld: Pascal Groß ergänzt Felix Nmecha und Marcel Sabitzer. Im Gegenzug verzichtet der BVB mit Maximilian Beier auf einen Angreifer. Auf dem Papier scheint Dortmund somit defensiver aufgestellt: Nur Karim Adeyemi und Serhou Guirassy sind echte Offensivspieler.
Die Aufstellung lautet: Kobel – Süle, Anton, Schlotterbeck – Ryerson, Groß, Sabitzer, Nmecha, Svensson – Adeyemi, Guirassy.
Erstmeldung vom 17. Oktober: München – Borussia Dortmund tritt am Samstagabend (18:30 Uhr, alle TV-Infos) beim FC Bayern München zum Bundesliga-„Klassiker“ im 7. Spieltag an. Es handelt sich um ein echtes Gipfeltreffen: Der Tabellenführer empfängt den ersten Verfolger, und beide Teams sind in dieser Saison noch ungeschlagen. Der BVB wird dabei auch von neutralen Fans als Hoffnungsträger betrachtet.
Ein weiterer Sieg der Bayern, die ihre bisherigen zehn Pflichtspiele größtenteils problemlos gewonnen haben, würde bereits einen Sieben-Punkte-Abstand zwischen den Teams bedeuten. Trainer Niko Kovač hat die Aufgabe, die Liga spannend zu halten, klar im Hinterkopf. „Aber wir sehen auch, in welcher Form der FC Bayern spielt“, sagte er auf der Pressekonferenz des BVB vor dem Auswärtsspiel.
Der Saisonstart des Rekordmeisters sei „einzigartig“, so Kovač weiter. Allerdings hat er am Samstag die Möglichkeit, einen BVB-Rekord zu verteidigen: In der Saison 2015/16 holte Dortmund sogar elf Pflichtspielsiege zum Auftakt, profitierte jedoch von schwächeren Gegnern in der Europa-League-Qualifikation. Der FC Bayern stellt nun jedenfalls die größte Herausforderung für Dortmund dar.
Dennoch kündigte Kovač, oder gerade deshalb, einen mutigen Auftritt seines Teams an. Besonders nach der Anfangsphase: „Die Bayern entscheiden ihre Spiele in den ersten 20, 30 Minuten der ersten Halbzeit. Sie starten wirklich wie die Feuerwehr. Es wird für uns darum gehen, gut ins Spiel zu kommen.“
Das Spiel offen zu halten, Nadelstiche zu setzen und vielleicht mit frischen Kräften von der Bank den entscheidenden Schlag zu landen, könnte der Matchplan der Dortmunder sein. Die Personalsituation erlaubt dies. Nach den Länderspielen gibt es bei den 15 BVB-Reisenden keine Verletzten zu beklagen. Nico Schlotterbeck kehrte zwar „verkühlt“ zurück, soll aber normalerweise zur Verfügung stehen.
Selbst die Dortmunder Rekonvaleszenten Aaron Anselmino, Emre Can und Julien Duranville machen Fortschritte, sind jedoch voraussichtlich kein Thema für das Spiel gegen Bayern. Abgesehen von diesem Trio kann Kovač aus dem Vollen schöpfen. Auch Serhou Guirassy, der seinen Nationalmannschaftsaufenthalt aufgrund von Oberschenkelproblemen vorzeitig abgebrochen hat, steht bereit.
Daher dürften trotz des breiten Kaders keine großen Überraschungen in der Startelf des BVB zu erwarten sein. Sollte Schlotterbeck wider Erwarten ausfallen, wäre Niklas Süle bereit für einen Einsatz. Auf der rechten Seite könnte Kovač seinen Mut mit einer Nominierung von Yan Couto im Vergleich zum defensiver orientierten Julian Ryerson unter Beweis stellen.
Im zentralen Mittelfeld haben sich Marcel Sabitzer und Felix Nmecha derzeit einen Vorteil gegenüber Pascal Groß und Jobe Bellingham erarbeitet. In der Offensive könnte Kovač gegen die dominanten Bayern auf die Schnelligkeit von Karim Adeyemi und Maximilian Beier setzen, während Julian Brandt und Carney Chukwuemeka als spielstarke Alternativen zur Verfügung stehen.
Im Sturm hat Fábio Silva die Länderspielpause genutzt, um seinen körperlichen Rückstand weiter abzubauen. Der portugiesische Sommer-Neuzugang könnte bald bereit für ein Startelf-Debüt sein. Ob dies jedoch ausgerechnet in München geschieht, bleibt fraglich – es sei denn, Dortmund plant mit Guirassy eine große Überraschung.