BVB sichert sich späten Sieg gegen Köln dank Maximilian Beier
Dortmund – Der BVB hat sich gegen den 1. FC Köln einen hart erkämpften Sieg gesichert, dank eines späten Jokertors von Maximilian Beier. Niko Kovač, der Trainer des BVB, bewies einmal mehr sein gutes Gespür, auch wenn er in seiner Analyse andere Worte wählte.
In einem Spiel, das lange Zeit auf ein Unentschieden hindeutete, schien der BVB auf dem besten Weg zu sein, das dritte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg zu beenden. Doch in der Nachspielzeit gelang es Beier, den Ball im Netz zu versenken und das Stadion in ein Tollhaus zu verwandeln.
„Was mich freut, ist nicht nur der Sieg in der 96. Minute, auch wenn das natürlich der Höhepunkt ist. Vielmehr freue ich mich, dass unsere Einwechselspieler, die ich immer als unsere Finisher bezeichne, einen entscheidenden Einfluss haben. Man sieht, dass es keinen Leistungsabfall gibt, und das ist für einen Trainer sehr erfreulich“, erklärte Kovač nach dem dramatischen 1:0-Erfolg in der Pressekonferenz.
Der BVB-Coach hat einen Begriff geprägt, der mittlerweile für seine Mannschaft charakteristisch ist. Die Statistiken belegen dies: Julian Brandt traf nach seiner Einwechslung gegen St. Pauli, den Athletic Club und FC Bayern; Felix Nmecha war gegen Union Berlin erfolgreich, Fabio Silva erzielte ein Tor gegen Kopenhagen und nun Beier gegen Köln.
In der Hälfte aller Pflichtspiele dieser Saison hat ein eingewechselter Spieler getroffen, dazu kommen zahlreiche Torvorlagen. Auch ohne direkte Scorerpunkte haben die Einwechselspieler einen bedeutenden Einfluss auf die Spiele. Kovač bezeichnet diese Spieler als „Finisher“, die am Ende eines Spiels für entscheidende Momente sorgen oder Ergebnisse sichern sollen.
Waldemar Anton bestätigte die positive Entwicklung aus Sicht der Spieler: „Wir haben oft eine andere Aufstellung, jeder hat das Recht zu spielen“, sagte der Abwehrspieler in der Mixed Zone, unter anderem gegenüber Absolut Fussball. „Die Jungs, die von der Bank kommen, haben einen enormen Einfluss, das ist wichtig“, so Anton.
Gegen Köln hatte der BVB vor dem erlösenden 1:0 insgesamt 14 Eckbälle ohne Ertrag ins Zentrum gebracht, zahlreiche Chancen kreiert, aber lange Zeit nicht getroffen. Die 81.365 Zuschauer, die nicht für die Gäste waren, fürchteten bereits den dritten Punktverlust in Folge und den vierten am 8. Spieltag. Doch dann kam Beier – und mit ihm die Erlösung.
„Mir pfeift der Kopf. Die Schläge nehme ich gerne in Kauf, wenn es ein solches Moment ist“, sagte der Siegtorschütze, der als Joker kam und von der gesamten Mannschaft gefeiert wurde, unter anderem mit Klapsen auf den Kopf. „Es waren pure Emotionen. Wie wir gefeiert haben, die gesamte Bank, wie wir uns alle gemeinsam für Maxi gefreut haben, das war wirklich sehr schön.“
Sportdirektor Kehl zog sogar einen Vergleich zu Bayer Leverkusen aus der vorletzten Saison: Der späte Sieg „schafft Vertrauen“, war er überzeugt. „Wir haben uns vorletztes Jahr oft über Leverkusen unterhalten. Es wäre gut, wenn wir Spiele vielleicht früher entscheiden könnten, aber wenn das unsere Qualität ist, dann ist das auch in Ordnung.“
Die Werkself hat in der Saison 2023/24 den Spitznamen „Laterkusen“ geprägt und blieb auch aufgrund zahlreicher später Tore in der gesamten Bundesliga-Saison ungeschlagen. Diese Serie kann der BVB bereits nicht mehr erreichen. Doch die „Finisher“-Taktik von Niko Kovač gibt Anlass zur Hoffnung, dass Dortmund ohne ernsthafte Krisen durch die Saison kommt.