BVB-Trainer Niko Kovač äußert sich zur Saisonprognose
Dortmund – Am Samstagabend beginnt Borussia Dortmund beim FC St. Pauli die neue Bundesliga-Saison (18:30 Uhr, alle TV-Infos). Doch wo steht der BVB? Diese Frage kann selbst Trainer Niko Kovač nicht beantworten. In der Pressekonferenz vor dem Saisonstart erklärte er: „Es ist in den ersten paar Spielen bis zur Länderspielpause immer ungewiss. Man hofft, dass man gut dabei ist, aber man weiß es nicht genau.“
Erst nach den ersten sechs Spielen – drei Heim- und drei Auswärtsspielen – sei eine erste Standortbestimmung möglich. „Dann kann man ungefähr sagen: Okay, wo steht man, was kann man noch erwarten?“ Während die Fans zwischen Euphorie und Katastrophenszenarien schwanken und Experten unterschiedlicher Meinung sind, lassen sich drei Prognosen für die kommende Spielzeit formulieren, die fernab von Übertreibungen und falschen Hoffnungen sind.
Prognose 1: Der BVB erlebt eine gewöhnliche Saison
Die größte Überraschung der Saison 2025/26 wird sein, dass es keine große Überraschung gibt. Niko Kovač wird seinen Job die gesamte Saison über behalten und könnte seinen Vertrag während einer Länderspielpause in der Hinrunde sogar verlängern. Eine Mega-Krise oder ein dramatischer Zieleinlauf am 34. Spieltag sind nicht zu erwarten.
Der BVB wird voraussichtlich zwischen Platz zwei und vier landen – eine Position, die angesichts des Kaders, trotz einiger offener Baustellen, und insbesondere der finanziellen Ausgaben, gerechtfertigt ist. Der große Umbruch wird im nächsten Sommer stattfinden, wenn die Verträge mehrerer Großverdiener auslaufen. Es wird prognostiziert, dass Julian Brandt, Emre Can und Niklas Süle den Verein verlassen werden.
Prognose 2: Guirassy wird Torschützenkönig der Bundesliga
Serhou Guirassy hat das Momentum auf seiner Seite. Im Kalenderjahr 2025 erzielte er mindestens fünf Tore mehr als jeder andere Bundesliga-Profi. Nachdem er bereits in der Champions League und bei der Klub-WM den Titel des Torschützenkönigs errang, wird er nun auch die Krone der Bundesliga gewinnen.
Sein Hauptkonkurrent Harry Kane traf in der vergangenen Saison seltener aus dem Spiel heraus als Guirassy und profitierte von deutlich mehr Strafstößen, die selbst beim dominanten FC Bayern nicht garantiert sind. Patrik Schick muss bei Bayer Leverkusen nach einem radikalen Umbruch beobachten, wie schnell das Team zusammenfindet.
Prognose 3: Sechs BVB-Spieler fahren mit dem DFB zur WM 2026
Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton, Pascal Groß, Felix Nmecha, Karim Adeyemi und Maximilian Beier werden im Sommer 2026 nach Nordamerika reisen. Schlotterbeck wird seinen Status als Stammkraft in der Nationalmannschaft festigen, sobald er von seinem Meniskusriss zurückkehrt. Anton wird diese Abwesenheit nutzen, um sich weiter zu etablieren.
Groß bleibt als Routinier und mit konstanten Leistungen ein wichtiger Kaderspieler. Bundestrainer Julian Nagelsmann hat eine Vorliebe für Nmecha. Adeyemi und Beier befinden sich beim BVB in einem ständigen Zweikampf, können jedoch beide als wichtige Perspektivspieler zur WM fahren. Außenseiterchancen haben zudem Brandt, Can und Süle, sodass ein großer Block von BVB-Spielern möglich ist.