BVB verlegt Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus
In der Nähe des Borsigplatzes hat Borussia Dortmund (BVB) drei weitere Stolpersteine verlegt, um an eine Familie zu erinnern, deren Mitglieder Opfer des Nationalsozialismus wurden.
In der vergangenen Woche fand am Borsigplatz in Dortmund eine Veranstaltung statt, die erneut zeigt, dass der BVB sich ernsthaft gegen Diskriminierung und Antisemitismus engagiert. An dem Ort, der als Keimzelle des BVB gilt, nahmen Verantwortliche des Clubs an der Verlegung der Stolpersteine teil.
Bereits im Jahr 2020 hatte der BVB eine Studie zur Erforschung der Ereignisse während der NS-Zeit in Auftrag gegeben. Die Forscher Rolf Fischer und Katharina Wojatzek entdeckten dabei das bislang unbekannte Schicksal der Familie Littmann, die damals am Borsigplatz lebte. In der Oesterholzstraße 34 betrieb die Familie ein Lebensmittelgeschäft und warb bereits in den 1920er Jahren in der Vereinszeitung von Borussia Dortmund.
Im Oktober 1938 wurden die drei Familienmitglieder, Wolf, Sara und Bernhard Littmann, nach Polen abgeschoben. Danach verliert sich ihre Spur. Angesichts der Tatsache, dass das Deutsche Reich kurz darauf Polen überfiel und dort Millionen Menschen ermordete, ist davon auszugehen, dass alle drei den Holocaust nicht überlebten.
Obwohl keine genauen Informationen zu ihrem Sterbeort oder -datum vorliegen, erhielten die drei nun einen eigenen Stolperstein. Bei der Verlegung in der vergangenen Woche war auch Dr. Reinhold Lunow anwesend, der zu diesem Zeitpunkt noch als BVB-Präsident fungierte. Am Borsigplatz existieren bereits Stolpersteine für weitere, enger mit dem BVB verbundene Opfer des NS-Regimes, darunter Heinrich Czerkus, Franz Hippler und Kaufmann Orlean.
In seiner kurzen Ansprache betonte Dr. Reinhold Lunow die Wichtigkeit des Erinnerns an diese Gräueltaten und dass der Kampf gegen das Vergessen fortgesetzt werden müsse. Er dankte auch den zahlreichen Ehrenamtlichen, die sich um dieses Gedenken kümmern. So werden die bestehenden Stolpersteine regelmäßig gereinigt, der Heinrich-Czerkus-Lauf findet jedes Jahr statt und es gibt Veranstaltungen zum Gedenken an Julius Hirsch.
Zum Abschluss der Verlegung der neuen Stolpersteine hielt Abraham Goldberg, der Kantor der Jüdischen Kultusgemeinde Dortmund, ein Totengebet. Der BVB erwähnt die gesamte Aktion prominent auf seiner Webseite und trägt somit dazu bei, den Kampf gegen das Vergessen auch virtuell zu unterstützen. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit bvbwld.de/)