BVB verschenkt Punkte gegen den HSV - Sebastian Kehl äußert sich

BVB verschenkt Punkte gegen den HSV - Sebastian Kehl äußert sich

Hamburg – In der siebten Minute der Nachspielzeit im Volksparkstadion schlägt Miro Muheim ohne Druck eine Flanke in den Strafraum. Ransford Königsdörffer springt zwischen Emre Can und Nico Schlotterbeck hoch und erzielt den Ausgleich zum 1:1. Damit hat Borussia Dortmund einen sicher geglaubten Sieg aus der Hand gegeben und erneut zwei Punkte verloren, wie bereits beim Saisonauftakt gegen St. Pauli.

Dies ist der zweite Rückschlag innerhalb weniger Tage, nachdem der BVB unter der Woche gegen Manchester City eine deutliche Niederlage einstecken musste. Sportdirektor Sebastian Kehl äußerte seinen Unmut in der Mixed Zone: „Am Mittwoch hat es mich auch geärgert, aber heute ärgert's mich richtig. Also ich bin richtig sauer“, erklärte er gegenüber Absolut Fussball, dem Fußballportal von Home of Sports.

Ein 1:1 gegen den Aufsteiger schmerzt deutlich mehr als eine klare Niederlage gegen einen Weltklasse-Gegner. Wie bereits in dieser Saison, hat sich Dortmund beim HSV auf der Führung ausgeruht und das Spiel auf ein Minimum reduziert. „Den Vorwurf müssen wir uns heute gefallen lassen“, analysiert Kehl ohne Umschweife.

Nach dem Führungstor durch Carney Chukwuemeka in der 64. Minute habe der BVB „aufgehört, weiter Ballbesitzfußball zu spielen. Wir wurden viel zu passiv und haben den HSV wieder stark gemacht.“ Kapitän Emre Can sieht das ähnlich: „Die Minuten vor dem 1:1 müssen wir viel besser spielen. Wir hatten zu kurze Ballbesitzphasen und waren nicht abgeklärt genug.“

Dieses Muster wiederholt sich mittlerweile gefährlich oft. Bereits beim 3:3 gegen St. Pauli, beim 4:4 gegen Juventus sowie beim 4:2 in Kopenhagen und bei Manchester kassierte der BVB in der Schlussphase unnötige Tore. „Zum Fußball gehört nun mal auch eine Nachspielzeit, und man muss bis zur letzten Sekunde verteidigen“, ärgerte sich Kehl.

Besonders bitter ist, dass der BVB die Chance verpasst hat, gegenüber der Konkurrenz wichtige Punkte gutzumachen. Da RB Leipzig gegen die TSG Hoffenheim verlor und Bayern nur 2:2 bei Union Berlin spielte, hätte Dortmund zum Gewinner des Spieltags werden können. Stattdessen gab es nur einen Punkt aus einem Spiel, das der BVB nach Kehls Worten „am Ende kontrollieren“ und „irgendwann ein zweites Tor schießen“ hätte müssen.

Angesichts der Klatsche gegen Manchester ist die Stimmung bei Dortmund merklich getrübt, da es bis zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 22. November in die Länderspielpause geht. Trainer Niko Kovač hatte vor dem Spiel die Bedeutung betont: „Es geht nicht nur um die drei Punkte, sondern auch darum, mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause zu gehen.“

Nach sieben Spielen in 22 Tagen, davon sechs auswärts, sollte das HSV-Spiel der letzte Kraftakt sein. Doch statt Erleichterung herrscht Frust. „Ich werde auch erstmal ein paar Tage brauchen“, kündigt Kehl an. Sein Ärger muss erst verrauchen, während die meisten Profis zu ihren Nationalmannschaften reisen.

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