Champions League: Deutsche Teams vor entscheidenden Spielen

Champions League: Deutsche Teams vor entscheidenden Spielen

In Paris steht ein Topspiel an, und Bayer 04 Leverkusen sieht sich einem Druck ausgesetzt. Wir werfen einen Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen der Bundesligisten und erläutern, worauf es in der Champions League ankommt.

Der vierte Spieltag in der Königsklasse bringt unterschiedliche Ausgangslagen für die vier deutschen Vertreter mit sich. Während der FC Bayern bei PSG den Sprung auf den ersten Tabellenplatz anstrebt und Borussia Dortmund relativ entspannt zu Manchester City reisen kann, stehen Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen unter erheblichem Druck.

Die Frage, wer den FC Bayern derzeit stoppen kann, stellt sich bereits seit einigen Wochen. Die Mannschaft von Vincent Kompany hat in den letzten Monaten eine beeindruckende Siegesserie hingelegt und überzeugt spielerisch auf ganzer Linie. Bayer 04 Leverkusen hatte am Samstag gegen eine B-Elf des Tabellenführers keine Chance.

Am Dienstagabend (21 Uhr, Prime Video) wartet die bislang größte Herausforderung auf den Rekordmeister. Im Prinzenpark trifft der FCB auf den Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Beide Teams haben in der Champions League bisher alle drei Spiele gewonnen und wollen ihre makellose Bilanz bewahren.

PSG muss jedoch auf mehrere Schlüsselspieler verzichten. Desiré Doué fällt definitiv aus, und Ballon-d’Or-Sieger Ousmane Dembélé ist fraglich und wird voraussichtlich nur als Joker eingesetzt. Dennoch kann Luis Enrique im Mittelfeld auf eine starke Besetzung zurückgreifen. Vitinha, Fabian Ruiz und Joao Neves bilden das Herzstück des Titelverteidigers und orchestrieren jedes Angriffsspiel mit hohen Ballgewinnen.

Technisch kann das zentrale Mittelfeld der Bayern nicht mit den Paris-Virtuosen mithalten, doch physisch hat der Bundesligist Vorteile. Um PSG zu neutralisieren und ihnen den Spaß am Spiel zu nehmen, muss die Doppelsechs des Rekordmeisters von Beginn an für wenig Freiräume sorgen und durch robustes Zweikampfverhalten und aggressives Anlaufen ständigen Druck ausüben. So kann der FCB nicht nur verhindern, dass die Gastgeber ins Spiel finden, sondern auch eigene Umschaltmomente kreieren, die gegen das hoch stehende PSG zur Waffe werden können.

Das Duell zwischen Manchester City und Borussia Dortmund ist für Erling Haaland besonders. Der norwegische Stürmer absolvierte zwischen 2020 und 2022 89 Pflichtspiele für den BVB und entwickelte sich dort zu einem der besten Stürmer der Welt, was seine 86 Tore im schwarz-gelben Trikot eindrucksvoll belegen.

Der 25-Jährige ist für die Mannschaft von Niko Kovac am Mittwoch (21 Uhr, DAZN) nicht nur die größte Gefahr, sondern auch die Chance, etwas Zählbares aus Manchester mitzunehmen. Haaland trägt die Skyblues aktuell auf seinen Schultern und hat bereits 13 Tore in der Premier League erzielt – kein anderer Spieler von Manchester City hat mehr als eins.

In dieser Saison gilt: Wenn Haaland nicht trifft, verliert die Guardiola-Elf das Spiel. Dies war jedoch erst zweimal der Fall. Gelingt es der BVB-Defensive, angeführt von Nico Schlotterbeck und Co., den ehemaligen Dortmunder vom Spiel der Skyblues abzuschotten, könnte der Bundesligist beim Top-Favoriten bestehen. Abgesehen von Haalands Torgefahr gibt es derzeit nur wenige Konstanten im Spiel der Skyblues, die nach dem Abschied von Kevin de Bruyne trotz guter Leistungen in der Liga (Platz zwei hinter Arsenal) noch nicht rund laufen.

Ohne den verletzten Can Uzun reist Eintracht Frankfurt nach Neapel. Gegen den Tabellenführer der Serie A steht die Mannschaft von Dino Toppmöller unter Druck. Bisher endeten alle drei Spiele in der Königsklasse mit SGE-Beteiligung mit 5:1. Allerdings konnte der Bundesligist nur gegen Galatasaray gewinnen, während es gegen Atletico und zuletzt Liverpool deutliche Niederlagen setzte.

Die Marschroute im Stadio Diego Armando Maradona muss daher klar sein: Die Defensive hat Vorrang. Nur mit einer kompakten und weniger fehleranfälligen Abwehr kann die Toppmöller-Elf etwas Zählbares mitnehmen. Napoli tut sich oft schwer gegen tiefstehende Gegner, und die Abwehr der Partenopei ist nicht die schnellste. Für die SGE ergeben sich mit Stürmern wie Jonathan Burkardt und Jean-Matteo Bahoya sowie den offensivstarken Schienenspielern Nathaniel Brown und Rasmus Kristensen Konterchancen. Diese müssen die Frankfurter geduldig abwarten und dürfen nicht erneut ins offene Messer laufen.

Bayer 04 Leverkusen ist die einzige deutsche Mannschaft, die in der Champions League noch auf einen Sieg wartet. Vor dem Auswärtsspiel in Lissabon gegen Benfica steht die Werkself bereits unter Druck. In der vergangenen Saison benötigte man elf Punkte, um in die Play-offs einzuziehen, derzeit hat der Vizemeister erst zwei Zähler gesammelt.

Gegner Benfica steht jedoch noch schlechter da. Die von Star-Trainer José Mourinho geführten Portugiesen sind Vorletzter und neben Ajax die einzige Mannschaft, die bisher alle drei Partien verloren hat. Für beide Teams hat das Spiel im Estadio da Luz daher Finalcharakter: Der Verlierer muss wohl mit einer Rückrunde ohne internationalen Wettbewerb planen.

Für die Werkself von Trainer Kasper Hjulmand ist es daher entscheidend, die Lehrstunde gegen den FC Bayern schnell zu verarbeiten. Die Unbekümmertheit der Talente Ibrahim Maza und Christian Kofane könnte dabei helfen. Beide sind bisher keine unangefochtenen Stammspieler, haben aber regelmäßig als Joker überzeugt. Mit Mazas Spielwitz und Kofanes Präsenz im letzten Drittel konnte Bayer bereits das Pokalspiel gegen Paderborn in der Verlängerung für sich entscheiden. Vielleicht werden die Youngster auch im Estadio da Luz die entscheidenden Faktoren sein.

Spiele am Dienstag, 4. November:

SSC Napoli – Eintracht Frankfurt (18:45 Uhr, DAZN)

Paris Saint-Germain – FC Bayern (21 Uhr, Prime Video)

Spiele am Mittwoch, 5. November:

Manchester City – Borussia Dortmund (21 Uhr, DAZN)

Benfica SL – Bayer 04 Leverkusen (21 Uhr, DAZN)

(Dieser Artikel entstand in Kooperation mit neunzigplus.de/)

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