Chema Andres bringt frischen Wind zum VfB Stuttgart
Der VfB Stuttgart sieht sich durch Neuzugang Chema Andres mit einem Luxusproblem konfrontiert. Trainer Sebastian Hoeneß steht vor der Herausforderung, sowohl die Mannschaft als auch die Öffentlichkeit zu überzeugen.
Nach dem Spiel gegen den FC St. Pauli sorgte Andres für einen amüsanten Moment im Medienbereich. Er näherte sich zügig den Journalisten, die über seinen gelungenen Einstand beim VfB Stuttgart sprechen wollten, in dem Glauben, es handele sich um Fans, die Autogramme wollten.
Als er seinen Irrtum bemerkte, reagierte der 20-Jährige freundlich und sagte: „No talking.“ Ein Missverständnis, das einem neuen Spieler, der sich noch nicht mit den Gegebenheiten im Stadion auskennt, leicht passieren kann. Auf dem Platz hingegen zeigte er keine Orientierungsprobleme, was auch Fabian Wohlgemuth bestätigte.
„Er hat eine gewisse Ordnung in unser Spiel gebracht“, sagte der Sportvorstand nach dem 2:0-Sieg gegen St. Pauli. Für einen erst 20-Jährigen, der im Sommer aus dem Ausland (Real Madrid) nach Stuttgart kam, war seine Leistung außergewöhnlich gut.
Und das war sie in der Tat. Seine Defensivarbeit, sein Spielverständnis und sein Gespür für Offensivaktionen machen Chema bereits jetzt zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Mannschaft. Er war es, der das 1:0 mit einem präzisen Steckpass einleitete.
Seine Präsenz, die dem 1,90 Meter großen Mittelfeldspieler bereits Vergleiche mit Weltstar Rodri eingebracht hat, sorgt jedoch auch für ein Dilemma beim VfB. Die Frage, was mit Kapitän Atakan Karazor geschieht, der gegen St. Pauli aus der Startelf verdrängt wurde, steht im Raum. Trainer Sebastian Hoeneß wies bei der Pressekonferenz darauf hin, dass Stuttgart aufgrund der Europa League viele Spiele vor der Brust hat, was ausreichend Möglichkeiten zur Rotation bieten wird.
Wird Karazor also zum Ergänzungsspieler? Mit dieser Situation wird sich der Kapitän nicht zufrieden geben. Allerdings gibt es keinen Grund, die Startaufstellung am Donnerstag (25. September, 21 Uhr/RTL) beim Europa-League-Auftakt gegen Celta Vigo zu ändern. Das Duo Stiller/Chema funktionierte zu gut. Für den Kapitän bleibt also nur, Geduld zu üben und sich im Training zu beweisen.
Die Konkurrenzsituation, die der VfB durch die Verpflichtung von Chema herbeiführen wollte, ist nun Realität. Die Schwaben stehen vor der Aufgabe, diese sowohl intern als auch öffentlich zu moderieren. Die Frage der Kapitänsrolle scheint für den Moment geklärt: Gegen St. Pauli trug Ermedin Demirovic die Binde und führte die Stuttgarter mit Tor und Vorlage zum Sieg.