Daniel Svensson: Der Laufwunder des BVB
Beim BVB hat sich Daniel Svensson als einer der Favoriten von Trainer Niko Kovač etabliert. Besonders beeindruckend ist seine Laufleistung, trotz früherer körperlicher Probleme.
Dortmund – In der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Wolfsburg bezeichnete Niko Kovač Svensson als „Duracell-Häschen“, was für einen kurzen Moment für Verwirrung sorgte. Der Trainer scherzte, ob Borussia Dortmund möglicherweise von einem anderen Batterie-Hersteller gesponsert werde.
Doch Kovač trat nicht in ein Fettnäpfchen. Sein Lob für Svensson, der unbestritten zu seinen Lieblingsspielern zählt, setzte sich fort: „Daniel ist Wahnsinn, das ist Daniel Düsentrieb“, schwärmte Kovač und zog einen Vergleich zu DFB-Kapitän Joshua Kimmich. Nach sechs Spieltagen in der Bundesliga belegen Svenssons beeindruckende Statistiken seine Leistung.
Der 23-Jährige führt mehrere Laufstatistiken in der Liga an. In sechs Partien legte er insgesamt 75,01 Kilometer zurück, was ihn fast vier Kilometer vor den nächstbesten Verfolgern platziert. Nur vier Spieler haben in dieser Saison die Marke von 70 Kilometern überschritten.
Mit 546 intensiven Läufen führt Svensson auch diese Kategorie an. Die DFL erfasst seit dieser Saison alle Läufe mit einem Tempo von mindestens 20 Kilometern pro Stunde, wobei Läufe ab 25 km/h als Sprints gelten. Bislang hat Svensson 108 Sprints absolviert, was ihm den geteilten 21. Platz in der Bundesliga einbringt.
Besonders bemerkenswert ist die Konstanz des Linksfußes. Kürzlich wurde Svensson von der Social-Media-Abteilung des BVB als „Terminator“ gefeiert, da er 20 Spiele in Folge über die volle Distanz absolvierte. Letztmals wurde er beim Auswärtssieg in Freiburg Anfang April ausgewechselt.
Svenssons Entwicklung ist umso erstaunlicher, wenn man seine eigenen Worte aus einem Interview mit Sport Bild betrachtet. „Das gehört seit einigen Jahren zu meinen Stärken, das stimmt. Und es hilft mir auf dem Platz sehr“, erklärt der Außenverteidiger seine außergewöhnliche Ausdauer. Doch er offenbart auch, dass dies nicht immer der Fall war: „Das hat sich erst über die Jahre entwickelt, das war nicht immer so.“
Als 18-Jähriger hatte Svensson ganz andere Probleme: „Damals fiel es mir schwer, ein Spiel über 90 Minuten in vollem Tempo zu absolvieren. Ich bekam schnell Krämpfe und musste oft durchatmen.“ Seine Transformation zum Bundesliga-Laufwunder ist das Ergebnis harter Arbeit und stetiger Entwicklung.
„Ich habe viel Spielpraxis gesammelt, und durch die Spiele habe ich mir mein Fitnesslevel angeeignet. Zum Glück ist das bis heute so geblieben“, sagt Svensson lachend im Interview. Doch jede Medaille hat zwei Seiten. In letzter Zeit wirkte Svensson phasenweise überlastet, erzielte jedoch gegen Wolfsburg und Bilbao jeweils das entscheidende 1:0.
Die Belastung ist enorm: Neben seinen ständigen Einsätzen beim BVB ist er mittlerweile auch fester Bestandteil der schwedischen Nationalmannschaft. Es stellt sich die Frage, ob Svensson Gefahr läuft, irgendwann dem berüchtigten „Mann mit dem Hammer“ zu begegnen – dem Moment, in dem selbst die stärkste Batterie erschöpft ist und der Körper seinen Tribut fordert.
Der BVB wäre gut beraten, dies nicht zu riskieren. Die Rückkehr von Nico Schlotterbeck und Niklas Süle für die Dreierkette könnte es ermöglichen, dass Ramy Bensebaini gelegentlich auf die linke Außenbahn wechselt, um Svensson Pausen zu gönnen. Allerdings hat auch der Algerier seit Mitte April keine Ruhephasen in Dortmund erlebt.