David Alaba: Vom Teenager zum Bayern-Legende
David Alaba, der Star-Verteidiger, sammelte mit dem FC Bayern München zahlreiche Trophäen, doch seine Karriere war nicht nur von Höhen geprägt.
In Madrid und München wird die Entwicklung von David Alaba als eine Fußballgeschichte mit bittersüßem Ende beschrieben. Der mittlerweile 33-jährige Defensivkünstler hat beim FC Bayern eine bemerkenswerte Transformation durchlebt, an der einige der besten Trainer der Welt beteiligt waren.
Alabas Reise begann alles andere als einfach. In einem Wiener Stadtteil wuchs er in einem Umfeld zwischen Beton und Maschendraht auf. „Ich bin in solchen Käfigen aufgewachsen, da hat mein Weg begonnen“, erinnerte er sich in einem Interview mit ORF. Fast jeden Nachmittag spielte er mit Freunden im Fußballkäfig des Arenbergparks im 3. Bezirk, was seine technischen Fähigkeiten und schnelle Entscheidungsfindung förderte.
Im Alter von 16 Jahren schloss sich der Österreicher 2008 dem Nachwuchsleistungszentrum in München an und stieg in Rekordzeit ins Rampenlicht. Sein Profidebüt am 10. Februar 2010 gegen Greuther Fürth markierte den Beginn einer spektakulären Karriere. Trainer Louis van Gaal erkannte sofort sein Potenzial: „Er ist ein Linksverteidiger, auch wenn er selbst das nicht so sieht“, prophezeite der Niederländer und sollte damit recht behalten.
Unter Trainer Jupp Heynckes nahm Alabas Karriere richtig Fahrt auf. „Ich fand Alaba richtig gut“, urteilte Heynckes und setzte auf ihn. In der magischen Triple-Saison 2012/13 war Alaba bereits als Stammkraft auf der linken Abwehrseite unverzichtbar. Mit dem Wechsel zu Pep Guardiola entdeckte dieser in Alaba einen taktischen Alleskönner. Guardiola bezeichnete ihn als einen seiner „wichtigsten Spieler“ und formte ihn zu einem flexiblen Defensivkünstler, der mühelos zwischen Abwehrzentrum und Mittelfeld pendelte.
Als Carlo Ancelotti 2016 das Traineramt übernahm, schwärmte er von Alaba als „komplettem und taktisch sehr intelligentem Spieler“. Alaba hatte sich vom Talent zum wichtigen Taktgeber entwickelt. Seine Krönung erlebte er 2020 unter Hansi Flick, als er seinen zweiten Triple-Triumph feierte, wobei er sich besonders als starker Passgeber und Zweikämpfer hervortat. Flick lobte Alaba als „absoluten Leistungsträger“.
Was Alaba so wertvoll machte, war seine beeindruckende Vielseitigkeit. Ob als Linksverteidiger, Abwehrchef oder Mittelfeldstratege – der Österreicher lieferte überall Weltklasse-Leistungen ab. Zudem entwickelte er sich zu einem Führungsspieler, dessen „Mia san mia“-Mentalität die Kabine mitriss und ihn zur Identifikationsfigur für die Fans machte.
Doch dann kam der Bruch: Die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung zwischen Alaba und Bayern zogen sich quälend in die Länge und endeten in einem Fiasko. Am 30. Juni 2021 verabschiedete sich der Publikumsliebling nach 13 Jahren vom Verein. Besonders schmerzhaft für die Fans: Alaba wechselte ablösefrei zu Real Madrid. Sein Abgang trübte das Bild einer Vereinslegende und fand vor leeren Corona-Rängen statt.
Was bleibt, ist ein beeindruckendes Erbe beim FC Bayern: zwei Triple-Siege, ein prall gefüllter Trophäenschrank und die Geschichte eines Spielers, der den modernen Verteidiger neu definierte. Insgesamt feierte der Verein mit seinem österreichischen Abwehr-Star 27 Titel. David Alaba – der Mann, der eine goldene Ära beim FC Bayern maßgeblich prägte und dessen Abgang eine Lücke hinterließ, die erst Jahre später geschlossen wurde.