Debatte um Lennart Karl: Talent oder nicht?
München – Der ehemalige deutsche Nationalspieler und Bayern-Star Mario Basler bleibt seiner kritischen Haltung gegenüber dem 17-jährigen Lennart Karl treu. Trotz der beeindruckenden Leistungen des Nachwuchstalents kann Basler nicht von seiner Meinung abweichen, dass Karl nicht das nötige Talent besitzt, um langfristig beim FC Bayern erfolgreich zu sein. Seine Argumente wirken zunehmend unbegründet und wenig substantiell.
In einem Interview mit Absolut Fussball äußerte Basler: „Wenn das das größte Talent des FC Bayern sein soll… Man sagt, es ist das größte Talent beim FC Bayern. Ich weiß nicht, was Musiala davon hält.“ Diese Aussage ist zwar interessant, jedoch nicht zielführend, um Karls Klasse in Frage zu stellen.
Darüber hinaus vergleicht Basler Karl mit Jamal Musiala und zieht dabei einen ungünstigen Vergleich: „Musiala war ja auch drei Jahre in dem Nachwuchsleistungszentrum. Ich finde, Musiala und Lennart Karl – da ist schon noch ein großer Unterschied.“ Tatsächlich war Musiala jedoch weniger als ein Jahr am FC Bayern Campus, bevor er im Sommer 2019 von Chelsea nach München wechselte.
Im August 2020 nahm Musiala am CL-Finalturnier in Lissabon teil, ohne jedoch Spielminuten zu sammeln. Seine Entwicklung bei den Profis verlief ähnlich wie die von Karl, wenn nicht sogar langsamer. Dennoch sieht Basler Karl nicht als großes Talent und ist überzeugt, dass er nicht dauerhaft bei Bayern bleiben wird.
Musiala hingegen feierte in der Saison 2020/21 seinen Durchbruch mit 26 Bundesliga-Einsätzen und wurde schließlich für den DFB-Kader zur EURO 2021 nominiert. Karls Statistiken sind fünf Jahre später jedoch noch beeindruckender: In elf Bundesliga-Spielen erzielte er zwei Tore und lieferte zwei Assists sowie drei Tore in vier CL-Partien – und das in nur 244 Minuten Spielzeit.
Sein jüngster Erfolg in der Champions League, wo er in drei aufeinanderfolgenden Spielen traf, macht ihn zum jüngsten Spieler der Geschichte, der dies erreicht hat und übertrifft damit den bisherigen Rekord von Kylian Mbappé.
Im Vergleich zu Musiala zeigt Karl bereits eine größere Reife auf dem Platz. Während Musiala für seine Technik bewundert wurde, übernimmt Karl mehr Verantwortung und unterstützt den Spielaufbau des FC Bayern aktiv.
Nach seinem Tor gegen Sporting Lissabon zeigte Karl eine Geste, die möglicherweise an Basler gerichtet war, der ihn zuvor kritisiert hatte: „Er ist ein junger Spieler, ein guter Spieler. Ich glaube trotzdem, dass er sich bei Bayern München nicht durchsetzen wird.“ Basler führt Karls geringe Körpergröße (1,68 m) als weiteren Grund an, warum er nicht den großen Durchbruch schaffen wird.
Die deutsche Fußball-Öffentlichkeit fordert bereits Karls Teilnahme an der WM 2026. Sollte er seine derzeitigen Leistungen bestätigen, wäre dies eine verdiente Belohnung, ähnlich wie bei Musiala 2021.
Karls Karriere steht noch am Anfang, und es bleibt abzuwarten, wie sie sich entwickeln wird. Angesichts seines enormen Talents ist es jedoch schwer vorstellbar, dass er nicht eines Tages seinen Kritiker übertreffen wird – ein Kritiker, dessen eigene Disziplinlosigkeiten ihn in seiner Karriere zurückhielten.