Debüt von Eugen Polanski als Interimstrainer von Borussia Mönchengladbach
Die Fans von Borussia Mönchengladbach blicken gespannt auf das Debüt von Eugen Polanski, dem Interimstrainer, der auf dem Rasen eine klare Vorstellung verfolgt.
Mönchengladbach – Eine Fußballmannschaft benötigt manchmal einen neuen Impuls, um frische Kraft zu schöpfen. Ähnlich verhält es sich bei den Fans, die sich nach einer Aufbruchstimmung sehnen. Die negative Stimmung aufgrund des schwachen Saisonstarts ist bei Borussia Mönchengladbach für einen Moment vergessen, da Interimstrainer Eugen Polanski einen Hoffnungsschimmer darstellt.
Der 39-Jährige übernimmt vorerst die Verantwortung für den entlassenen Gerardo Seoane und ist ein echter Borusse. In Viersen aufgewachsen, hat Polanski bei Borussia das Fußballspielen gelernt und feierte am 10. Februar 2005 sein Profi-Debüt gegen Werder Bremen. Ironischerweise wird er 20 Jahre später sein Trainer-Debüt in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen geben (Sonntag, 17.30 Uhr).
Da die U23-Mannschaft jedoch nur einen Bruchteil der Zuschauer anzieht, die regelmäßig die Spiele der Profis verfolgen, fehlt vielen Fans der Einblick in Polanskis Arbeit. Der Gladbacher Taktik-Blog Borussiaxplained hatte im März 2023 die Gelegenheit, mit dem ehemaligen Profi zu sprechen, der Einblicke in seine Denkweise als Trainer gab.
„Eine Spielidee ist grundsätzlich nie in Stein gemeißelt, sondern entwickelt sich ständig weiter und ist zudem mannschaftsabhängig“, erklärte Polanski damals. Er strebt an, „eine gute Mischung aus dem zu finden, was mir als Spieler geholfen hat, und dem, was ich von meinen Trainern gelernt habe“, während er gleichzeitig seinen eigenen Weg gehen möchte.
Polanski spielte unter Trainern wie Jupp Heynckes, Thomas Tuchel, Julian Nagelsmann und Huub Stevens. Bei Borussia, so betonte Sport-Geschäftsführer Roland Virkus am Dienstag, habe er auch unter Marco Rose (2019 bis 2021) viel gelernt. „Er ist sehr strukturiert, fordernd, ehrgeizig und lebt die Arbeitsethik vor“, sagte Virkus. Ein erster Vorgeschmack auf Polanskis Ansatz bot seine energische Trainingseinheit am Mittwoch.
Polanski legt großen Wert auf Variabilität in der Spielformation und konstruktiven Ballbesitz. „Er gibt dir eine Grundsicherheit in der Positionierung und die Möglichkeit, den Gegner laufen zu lassen“, erklärte der Interimstrainer. „So kannst du dir im besten Fall den Gegner zurechtlegen, um dann, wenn die Gelegenheit besteht, das Tempo zu erhöhen und schnell zum Abschluss zu kommen.“
Pressing und Gegenpressing spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, jedoch sollen die Fohlen nicht unkoordiniert auf den Gegner losrennen. Ein Schwerpunkt am Mittwoch war das Identifizieren von Pressingauslösern, um koordiniert nach dem Ball zu jagen und Energie zu sparen.
Zusätzlich ist an der Seitenlinie mehr Emotionalität zu erwarten als unter Seoane. „In manchen Situationen merke ich selbst, dass ich vielleicht besser etwas ruhiger bleiben sollte“, sagte Polanski über sein Verhalten während des Spiels, das – je nach Ergebnis – noch einige Tage nachhallt.
„Wenn beim Spiel am Samstag etwas nicht gut gelaufen ist, beschäftigt mich das auch noch in den Tagen danach. Ich glaube, das liegt an meinem unbedingten Willen zu gewinnen“, so der Ex-Profi. Diesen Willen sollen die Spieler verinnerlichen, denn für Borussia geht es nun darum, den misslungenen Saisonstart zu korrigieren. Zeit ist nicht vorhanden – es braucht jetzt eine Trendwende.