Deniz Undav sieht sich nach Europa-League-Spiel Rassismus ausgesetzt

Deniz Undav sieht sich nach Europa-League-Spiel Rassismus ausgesetzt

Nach dem Europa-League-Duell zwischen dem VfB Stuttgart und Fenerbahce sieht sich der deutsche Nationalspieler Deniz Undav massiven Anfeindungen ausgesetzt.

In Istanbul und Stuttgart hat die Welle des Hasses gegen Undav nach dem Europa-League-Spiel des VfB Stuttgart gegen Fenerbahce Istanbul, das mit 0:1 endete, einen neuen Höhepunkt erreicht. Der 29-jährige deutsche Nationalspieler wird seit Monaten zur Zielscheibe rassistischer Angriffe, insbesondere aus Teilen der türkischen Community.

Dies wurde von der Informationsstelle Antikurdischer Rassismus (IAKR) und dem Zentralen Menschenrechtsrat der Kurd*innen in Deutschland (ZMRK) über Instagram bekannt gegeben. Auslöser der neuen Anfeindungen war eine kurze Auseinandersetzung zwischen Undav und dem Fenerbahce-Profi Ismail Yüksek während des Spiels am Donnerstagabend, dem 23. Oktober.

In der Folge entbrannten in den sozialen Medien erneut rassistische und antikurdische Hetzkampagnen gegen den gebürtigen Niedersachsen. Undav, der in Varel (Ostfriesland) geboren und in Achim bei Bremen aufgewachsen ist, hatte sich bewusst für die deutsche Nationalmannschaft entschieden, obwohl er aufgrund seiner Abstammung auch für die Türkei hätte spielen können.

Seine Begründung dafür lautete: „Ich wusste, dass ich bei zwei, drei schlechten Spielen für die Türkei komplett durchbeleidigt worden wäre.“ Menschen mit kurdischer Abstammung erfahren in der Türkei häufig Diskriminierung, und Undav, dessen Familie kurdisch-jesidische Wurzeln hat, ist davon betroffen. Diese Anfeindungen verdeutlichen ein systematisches Problem, das weit über den Sport hinausgeht.

Trotz der feindseligen Atmosphäre im Istanbuler Stadion Sükrü Saracoglu zeigte sich Undav nach dem Spiel gelassen: „War geil, die haben nur gepfiffen und gebuht. Sowas spornt mich und uns eigentlich an“, sagte er in einem Interview mit RTL. Die Niederlage Stuttgarts ärgerte ihn jedoch, da er die Anfeindungen gerne in eine eigene gute Leistung auf dem Platz umgemünzt hätte.

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