Der BVB vor entscheidenden Wochen gegen Bayern

Der BVB vor entscheidenden Wochen gegen Bayern

Für den BVB beginnt mit dem 'Klassiker' gegen Bayern eine entscheidende Phase. Der Spielplan ist unbarmherzig, und Trainer Niko Kovač wird gezwungen sein, seine Aufstellung zu rotieren.

Dortmund – Im Showdown mit dem FC Bayern vertritt der BVB am Samstag die gesamte Bundesliga. Sollten die Münchner in Topform ihren ärgsten Verfolger überrollen, könnte an der Tabellenspitze schnell Langeweile aufkommen. Für Dortmund ist dies jedoch nur der Auftakt zu einer herausfordernden Phase, die zeigen wird, aus welchem Holz der BVB wirklich geschnitzt ist.

In den kommenden 22 Tagen stehen sieben Spiele an, darunter sechs Auswärtspartien. Nach dem 'Klassiker' in München folgen Champions-League-Spiele in Kopenhagen und Manchester, ein DFB-Pokalspiel bei Eintracht Frankfurt sowie weitere Bundesliga-Partien in Augsburg und Hamburg. Selbst das Heimspiel gegen den 1. FC Köln wird kein Selbstläufer. Diese Phase könnte selbst die stabilste Mannschaft an ihre Grenzen bringen.

Die Verantwortlichen in Dortmund sind sicherlich verärgert über den brutalen Spielplan. Ein gewisses Maß an Pech ist dabei, zum Beispiel durch das schwierige Los im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt. Warum jedoch muss das Team nach dem Auswärtsspiel am Dienstag, dem 28. Oktober, bereits am Freitag nach Augsburg reisen? Hätte die DFL nicht ein anderes Team, das im Pokal bereits ausgeschieden ist, auf Reisen schicken können?

In der Vergangenheit gab es in Dortmund immer wieder Kopfschütteln über solche Spielansetzungen. Sebastian Kehl bezeichnete im vergangenen Jahr die Tatsache, nach Länderspielpausen zweimal freitags spielen zu müssen, als „nachteilig und unbefriedigend“ für die Regeneration der Spieler. Die DFL verschärfte die Situation, indem sie dem BVB die kürzeste Winterpause aller Erstligisten verpasste.

Auch in den kommenden Wochen könnte die Kritik am mangelnden Fingerspitzengefühl der Spielplanmacher aufkommen – sowohl in der Bundesliga als auch im DFB-Pokal. Während das Losglück dem BVB im Pokal nicht hold war, erfolgt die Einteilung der Heim- und Auswärtsspiele in der Champions League durch eine Software nach der Auslosung der Ligaphase. Letztlich bringt es dem BVB jedoch wenig, sich über den Spielplan zu ärgern.

Es müssen Lösungen gefunden werden; Belastungssteuerung und Rotation sind die beiden Schlüsselbegriffe. Trainer Niko Kovač hatte bereits vor der aktuellen Länderspielpause im Oktober angekündigt, die Kaderbreite seines Teams stärker nutzen zu wollen als in den ersten Wochen der Saison. Es bleibt spannend, ob sich die Mannschaft auch bei größeren personellen Veränderungen von Spiel zu Spiel stabil zeigt.

Immerhin kommen die 'Wochen der Wahrheit' zu einem günstigen Zeitpunkt. Der BVB hat derzeit nur wenige Verletzungen zu beklagen. Aaron Anselmino, Emre Can und Julien Duranville waren zuletzt die einzigen Ausfälle, während Nico Schlotterbeck, Fábio Silva und Niklas Süle bereits ihr Comeback gefeiert haben.

Sofern es keine bösen Überraschungen in den Länderspielen gibt – bei Serhou Guirassy scheint man mit einem Schrecken davongekommen zu sein – geht der BVB mit einem breiten Kader in den Herbst. Wenn das Team diese Phase halbwegs unbeschadet übersteht, wäre das ein deutliches Zeichen für die Weiterentwicklung nach den wiederkehrenden Krisen in den Herbstmonaten der vergangenen Jahre.

Es geht um Konstanz und die Fähigkeit, auch in der siebten Partie der Serie die notwendige Intensität und Konzentration aufrechtzuerhalten. Zudem gilt es zu zeigen, dass die mentalen Schwächen der Vergangenheit überwunden sind. Der härteste Test steht gleich zu Beginn an: In München erwartet den BVB möglicherweise die beste Mannschaft Europas.

Doch auch der BVB kommt mit Rückenwind, ist seit Mitte März in der Liga ungeschlagen und präsentiert sich sowohl defensiv stabil als auch offensiv effizient. Der Lauf unter Kovač hat die (kurze) Sommerpause überstanden. Am Ende dieser drei Wochen könnte möglicherweise endgültig feststehen, ob der BVB zurück ist.

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