Deutschland besiegt Slowakei mit 6:0 in WM-Qualifikation
Deutschland hat die Slowakei im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel mit 6:0 überrollt. Ein ehemaliger Spieler des FC Bayern, den viele nicht im Kader sehen wollten, überragte dabei. Ein Kommentar.
Leipzig – Nach seinem umstrittenen Wechsel vom FC Bayern zum türkischen Doublesieger Galatasaray Istanbul wurde Leroy Sané von Julian Nagelsmann für die ersten vier WM-Qualifikationsspiele nicht nominiert. Trotz der Notwendigkeit der deutschen Nationalmannschaft, die aufgrund zahlreicher Ausfälle die Dynamik des 29-Jährigen dringend benötigte und mit einem desaströsen 0:2 in die Qualifikationsrunde gestartet war, fand die Entscheidung des Bundestrainers in der Öffentlichkeit überwiegend Zustimmung.
Die Leistungen des 72-maligen Nationalspielers (16 Tore), der von 2020 bis 2025 für den deutschen Rekordmeister spielte, werden seit seiner Zeit in München kontrovers diskutiert. Er polarisiert wie kaum ein anderer deutscher Kicker der letzten Jahrzehnte. Dennoch sind sich alle einig, dass der sensible Spieler das Potenzial hat, ein absoluter Weltklassespieler zu werden und ein sogenannter Unterschiedsspieler sein könnte. Seine Kritiker konzentrieren sich vor allem auf seine Mimik und Gestik, wenn es nicht gut läuft, während seine Anhänger betonen, dass er in jedem Spiel hundert Prozent Einsatz zeigt. Auch seine Trainer und Teamkollegen unterstützen diese Sichtweise.
Nagelsmann, der Sané aus seiner Zeit als Bayerntrainer (2021 bis 2023) gut kennt, war stets ein großer Fan und Unterstützer des Spielers, selbst wenn dieser einmal in einer Formkrise steckte. Daher war es keine große Überraschung, dass Sané für die abschließenden Qualifikationsspiele in Luxemburg und gegen den Hauptkonkurrenten Slowakei nominiert wurde. Allerdings wurde die teilweise überzogene Kritik an seiner Nominierung laut, da seine Torbeteiligungen in Istanbul nicht überragend waren: Sechs in 15 Partien, darunter jeweils drei Tore und Assists.
Was die Kritiker von Sané jedoch oft übersehen: Galatasaray steht in der aktuellen Champions-League-Tabelle als Neunter und hat dabei drei Bundesligisten hinter sich gelassen. Dass er in der Türkei nichts verlernt hat, bewies er bereits bei seinem Startelfeinsatz in Luxemburg (2:0). In einer personell geschwächten und teilweise verunsichert wirkenden DFB-Mannschaft war er neben dem Doppeltorschützen Nick Woltemade und dem fehlerlosen Torwart Oliver Baumann mit seinen beiden Torbeteiligungen (Assist und Pre-Assist) maßgeblich am Sieg beteiligt.
Im entscheidenden Spiel gegen die Slowakei in Leipzig, bei dem eine Niederlage Playoff-Spiele im März für die WM-Qualifikation zur Folge gehabt hätte, war Sané der beste Spieler auf dem Platz und ragte aus einer insgesamt starken deutschen Mannschaft heraus. Die tz bewertete seine Leistung mit der Bestnote: „Zweites Spiel nach seiner DFB-Begnadigung, zweiter starker Auftritt. Sané hatte gegen die Slowakei sichtlich Spaß auf dem Feld – nicht nur wegen seiner Vorlage und seinem Doppelpack. Der Linksfuß war viel unterwegs und setzte sich voll ein. Er tat genau das, was Bundestrainer Julian Nagelsmann von ihm erwartete. Note: 1.“
Mit seinem starken Auftritt in Luxemburg und seiner hervorragenden Leistung gegen die Slowaken sollte Sané zumindest vorübergehend seine schärfsten Kritiker zum Schweigen gebracht haben. Dieser Zustand wird jedoch nicht lange anhalten, da das Argument „die Slowakei ist nicht Spanien, Frankreich oder England“ bleibt. Die großen Fans der deutschen Nationalmannschaft würden sich jedoch über eine Überschrift im nächsten Juli freuen, die lautet: „Sané schießt Deutschland zum Titel“. Träumen darf man schließlich.