Deutschland startet gegen Curaçao in die WM 2026
Am vierten Spieltag der WM 2026 trifft der viermalige Weltmeister Deutschland auf den Außenseiter Curaçao. Ein perfekter Zeitpunkt, um in die Turniergeschichte einzutauchen.
Houston – Trotz der Tatsache, dass die letzten beiden WM-Turniere für Deutschland nach der Gruppenphase endeten, gehört die DFB-Auswahl zusammen mit Brasilien (5 Titel) und Italien (4 Titel) zu den erfolgreichsten Nationalteams der Geschichte. Mit acht Finalteilnahmen (4 Siege, 4 Niederlagen) belegt Deutschland sogar den ersten Platz und hat die meisten Halbfinalteilnahmen (13) sowie die meisten dritten Plätze (4).
Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko findet zum dritten Mal in Folge ohne Italien, dem Weltmeister von 2006, statt. Auch Brasilien konnte in seinem Auftaktspiel gegen Marokko (1:1) nicht überzeugen. Obwohl Curaçao nicht die oft als Amateurteam bezeichnete Außenseiter ist – viele Spieler haben in niederländischen U-Nationalmannschaften gespielt – strebt das Team von Julian Nagelsmann einen klaren Sieg gegen den Karibikstaat an, um das Turnier erfolgreich zu beginnen. Der letzte große Auftakt gelang 2014 in Brasilien mit einem 4:0-Sieg gegen Portugal, wo Cristiano Ronaldo spielte.
Historische deutsche Triumphe am 14. Juni
Das DFB-Team muss sich laut Berichten auf eine Hitzeschlacht in der Mittagssonne von Texas einstellen. Das Houston Stadium verfügt jedoch über ein einziehbares Dach, das gemäßigte Temperaturen garantiert. Einige erfolgreiche Vorgänger von Kimmich, Musiala und Co. hatten bei früheren Turnieren an diesem Datum mit extremer Hitze zu kämpfen, doch Siege am 14. Juni führten häufig zu späteren Titelgewinnen.
Im Jahr 1972 besiegte Franz Beckenbauer und seine Mitspieler im EM-Halbfinale in Brüssel Gastgeber Belgien mit 2:1. Gerd Müller erzielte beide Tore und führte die deutsche Nationalmannschaft, die bis heute als eine der besten aller Zeiten gilt, ins Finale gegen die UdSSR, das mit 3:0 gewonnen wurde.
Zwei Jahre später, bei der ersten deutschen Fußball-Heim-WM, begann die Mission Titelverteidigung mit einem 1:0-Sieg über Chile. Der damals 22-jährige Paul Breitner sorgte mit einem fulminanten Weitschusstor für Jubel im ganzen Land. Gut drei Wochen später krönte sich Deutschland nach einem 2:1-Sieg in München über die Niederlande (Tore: Breitner und Müller) zum zweiten Mal zum Weltmeister.
Im Jahr 1980 besiegte Karl-Heinz Rummenigge und Co. im entscheidenden Gruppenspiel für den EM-Finaleinzug die Niederlande mit 3:2. Bei brutaler Hitze im Stadion von Neapel lagen die Deutschen durch drei Tore von Klaus Allofs bereits mit 3:0 in Führung. Ein Foul von Lothar Matthäus in seinem ersten großen Turnierspiel brachte die Niederländer per Elfmeter noch einmal heran.
Am Ende siegten die Deutschen mit 3:2 und zogen bereits nach dem zweiten Gruppenspiel ins Finale gegen Belgien (erneut 2:1) ein. Dies war der zwölfte Sieg in Folge für die DFB-Auswahl und stellte die bis heute längste Siegesserie in der Geschichte des DFB dar (vom 2. Mai 1979 bis 14. Juni 1980). Diese Serie endete beim bedeutungslosen dritten EM-Spiel gegen Griechenland (0:0). Sollte die Mannschaft von Nagelsmann bei der WM 2026 eine makellose Vorrunde mit drei Siegen hinlegen, würde sie diesen Rekord einstellen.
Legendärer deutscher Sieg ohne Happy End
Allerdings führte nicht jeder deutsche Sieg am 14. Juni zu einem großen Titelgewinn. 1970 trafen die Deutschen im WM-Viertelfinale im mexikanischen León auf Titelverteidiger England und revanchierten sich für die Niederlage im Endspiel 1966. Die Partie gilt als eines der großen Klassiker der WM-Geschichte. Nach einem 0:2-Rückstand drehten die Deutschen das Spiel und gewannen nach Toren von Franz Beckenbauer, Uwe Seeler (mit dem Hinterkopf) und Gerd Müller mit 3:2 nach Verlängerung. Nur drei Tage später wurde das „Jahrhundertspiel“ gegen Italien mit 3:4 verloren – erneut nach 120 Minuten.
Bei der Heim-EM 2024 starteten die Deutschen ebenfalls mit einem Sieg am 14. Juni ins Turnier: Das 5:1 über Schottland sorgte für große Euphorie, die jedoch in der Verlängerung des Viertelfinales gegen Spanien (1:2) ein abruptes Ende fand. Das Handspiel von Marc Cucurella und die Entscheidungen von Schiedsrichter Anthony Taylor sorgten für zahlreiche Diskussionen, ähnlich wie die umstrittene Spielleitung des peruanisch-mexikanischen Schiedsrichters Arturo Yamasaki vor 54 Jahren.
In den 1037 Länderspielen seit April 1908 hat die DFB-Elf übrigens noch nie an einem 14. Juni verloren – eine Premiere gegen Curaçao würde Deutschland gerne vermeiden.