DFB-Stars erhalten scharfe Einzelkritik von Lothar Matthäus vor WM-Start

DFB-Stars erhalten scharfe Einzelkritik von Lothar Matthäus vor WM-Start

Berlin – Kurz vor dem Auftakt der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Curaçao hat Lothar Matthäus, der Rekordnationalspieler, die deutsche Nationalmannschaft einer schonungslosen Einzelkritik unterzogen. Besonders Innenverteidiger Nico Schlotterbeck muss sich dabei harsche Kritik anhören.

Matthäus äußerte sich am Freitag in einem Interview mit der Bild zu den Stärken und Schwächen jedes einzelnen DFB-Stars. Dabei erhielt Schlotterbeck den schärfsten Tadel. Matthäus betrachtet den Innenverteidiger als ein dauerhaftes Risiko für die Mannschaft, da er „immer Gelb-Rot-gefährdet“ sei und Gefahr laufe, Elfmeter zu verursachen. Dennoch erkennt Matthäus auch die positiven Aspekte: Schlotterbeck spiele „immer mit großem Herz“.

Der Dortmunder gilt als extrem leidenschaftlicher Zweikämpfer, was ihn jedoch auch anfällig für Disziplinlosigkeiten macht. Dies könnte für Deutschland im Verlauf des Turniers problematisch werden. Das erste Spiel findet am Sonntag, den 14. Juni, um 19 Uhr (ARD und MagentaTV) gegen den Außenseiter Curaçao statt.

Schlotterbecks Abwehrkollege Jonathan Tah schneidet in der Bewertung besser ab. Matthäus merkt an, dass Tah „ein bisschen unbeweglich in den Drehungen nach hinten“ ist, doch er kompensiert dies durch seine Zweikampfstärke und „körperliche Robustheit“. Tah wird als erfahrener Rückhalt in der Abwehrkette angesehen.

Auch Torhüter Manuel Neuer erhält ein gemischtes Urteil. Matthäus lobt ihn als Keeper mit „allem, was ein Torhüter braucht“, weist jedoch auf Neuers Verletzungsanfälligkeit hin. Der Rückkehrer ins DFB-Tor hat zuletzt mit einer Wadenverletzung zu kämpfen gehabt.

Kapitän Joshua Kimmich erhält ebenfalls eine differenzierte Bewertung. Matthäus bezeichnet ihn als „Führungsspieler mit sehr viel Erfahrung“, bemängelt jedoch, dass ihm auf der Außenbahn „ein bisschen die Endgeschwindigkeit“ fehle. Kimmich ist unter Bundestrainer Julian Nagelsmann für die Position hinten rechts gesetzt und kann trotz dieser Einschränkung nicht auf seiner bevorzugten zentralen Mittelfeldposition spielen.

In der Offensive richtet Matthäus seinen Fokus besonders auf Florian Wirtz. Er kritisiert die schwankenden Leistungen des Leverkuseners: „Ab und zu Weltklasse – und dann, vor allem im letzten Jahr, hat man ihn ab und zu nicht gesehen. Er soll selbstbewusster spielen und sich mehr zutrauen“, fordert Matthäus.

Leroy Sané wird von Matthäus als Spieler mit „individueller Qualität“ beschrieben, der jedoch leider zu selten sein Potenzial zeigt. Stürmer Kai Havertz spielt „nicht unbedingt auf seiner besten Position, wo er all seine Stärken zeigen kann“, hat sich jedoch „weiterentwickelt“ und wird als „Unterschiedsspieler“ bezeichnet.

Topics

Related news