DFB-Vizepräsidentin kritisiert sexistische Kommentare zu Marie-Louise Eta
DFB-Vizepräsidentin Célia Šašić hat die sexistischen Kommentare, die im Zusammenhang mit der Berufung von Marie-Louise Eta als Trainerin von Union Berlin geäußert wurden, scharf verurteilt.
In Frankfurt äußerte sich Šašić zu den Reaktionen, die auf die Ernennung von Marie-Louise Eta zum Cheftrainer bei Union Berlin folgten. Viele dieser Reaktionen waren alles andere als sportlich; in den sozialen Medien entlud sich eine Welle sexistischer Kommentare gegen die Trainerin. Der Vorfall erreichte schnell die Führungsebene des DFB, und Šašić stellte klar, dass diese Kommentare inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen seien.
Die öffentliche und unmissverständliche Reaktion von Union Berlin wertete Šašić als ein wichtiges Signal. Es sei „absolut richtig und wichtig“ gewesen, dass der Klub „klar Haltung“ gezeigt habe, erklärte die ehemalige Nationalspielerin. Die Anfeindungen richteten sich nicht nur gegen eine Einzelperson, sondern stellten grundlegende Werte in Frage, die für den Sport insgesamt von Bedeutung sind.
Šašić nannte konkret Respekt, Fairness und Gleichwertigkeit als die Prinzipien, die durch die Kommentare beschädigt würden. Der DFB habe eine klare Haltung, die nicht in Frage gestellt werde: Es herrsche „null Toleranz gegenüber sexistischen oder diskriminierenden Vorfällen“. Die zuständigen Stellen seien sensibilisiert, und die Regeln seien eindeutig sowie konsequent anwendbar. Auch Bundesliga-Trainer zeigten sich solidarisch mit Eta.
Für den bevorstehenden Spieltag sieht sich der Verband gut vorbereitet. Der DFB verfüge über „klare und erprobte Abläufe“, um beleidigende oder strafbare Kommentare zu filtern, zu melden und gegebenenfalls an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten, betonte Šašić. Man achte bei jedem Spiel „sehr genau darauf, wenn es um Diskriminierung oder Grenzüberschreitungen geht, unabhängig vom Anlass oder von der Person“.
Langfristig wünscht sich Šašić einen tiefgreifenden Wandel im deutschen Fußball. Entscheidungen wie die Ernennung von Eta sollten „ganz selbstverständlich werden – nicht, weil sie als historisch gelten, sondern weil sie sportlich und fachlich überzeugen“. Erst dann, so die DFB-Funktionärin, werde der Sport seinen eigenen Anspruch auf Gleichwertigkeit wirklich erfüllen.