Die deutsche Nationalmannschaft im WM-Quartier in Winston-Salem

Die deutsche Nationalmannschaft im WM-Quartier in Winston-Salem

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat ihr Quartier für die Weltmeisterschaft in Winston-Salem bezogen. Die Spieler landeten am Montag um 12:45 Uhr am „Smith Reynolds Airport“, dem nächstgelegenen Flughafen, und begaben sich anschließend zu ihrem neuen Aufenthaltsort, dem „The Graylyn Estate“. Dieses schlossähnliche Luxus-Anwesen, einst eine der größten Privatresidenzen North Carolinas, ist von weitläufigen Parkanlagen umgeben. Aufgrund seines historischen Charmes und der hohen Temperaturen, die derzeit bei etwa 33 Grad liegen, wird das Anwesen von den Einheimischen als „Hogwarts der Hitze“ bezeichnet.

Die Umgebung, geprägt von Wäldern, Feldern und kleinen Dörfern, steht im krassen Gegensatz zu Chicago, wo die Nationalmannschaft zuvor einige Tage verbracht hatte. Dies wirft die Frage auf, wie die Spieler auf ihre neue Heimat für die kommenden Wochen reagieren werden.

In Chicago genossen die DFB-Stars das Großstadtleben in vollen Zügen. Immer wieder wurden die Spieler beim Flanieren im noblen Gold-Coast-Viertel und entlang der berühmten Einkaufsstraße „Magnificent Mile“ gesichtet. Manuel Neuer und Jonas Urbig schlenderten am Lake Michigan, während Aleksandar Pavlović und Nathaniel Brown einkaufen gingen. Nick Woltemade und Kai Havertz besuchten angesagte Cafés, und eine Gruppe von rund 15 Spielern, darunter Leon Goretzka, Nico Schlotterbeck, Pascal Groß und Maxi Beier, feierte am Samstagabend im „Tao“-Club bei einem Auftritt des weltberühmten DJs Snake.

Bundestrainer Julian Nagelsmann erklärte, dass all dies Teil des Plans war. Nach dem 2:1-Sieg gegen die USA gewährte er der Mannschaft am Sonntag einen freien Tag: „Generell haben die Jungs frei, sie können machen, was sie wollen. Es ist eine schöne Stadt, da kann man etwas erleben. Danach liegt der volle Fokus auf dem Turnier, aber vorher dürfen sie das noch einmal genießen.“

Jetzt beginnt jedoch der Fokus auf die WM. Im Vergleich zu den zahlreichen Möglichkeiten in der Millionenmetropole Chicago und der Anonymität einer amerikanischen Großstadt wartet nun Winston-Salem auf die Spieler. In der Stadt mit 250.000 Einwohnern gibt es abgesehen von ein paar Einkaufszentren nicht viel zu sehen. Gerade weil die Stadt so klein ist und wenig andere Attraktionen bietet, werden die deutschen Nationalspieler hier deutlich mehr auffallen, was entspannte Cafésbesuche erschweren könnte.

Stattdessen werden die DFB-Stars den Großteil ihrer Zeit im schlossähnlichen Graylyn Estate verbringen. Die Abgeschiedenheit kann, wie das Beispiel Campo Bahia 2014 zeigt, zusammenschweißen, aber auch Lagerkoller hervorrufen, wie die Erfahrungen in Watutinki 2018 beweisen. Hoffen wir, dass die kommenden Wochen eher an das erstgenannte WM-Quartier erinnern.

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