Die größten Enttäuschungen der DFB-Geschichte: Ein Rückblick auf die WM 2026
Das Ausscheiden gegen Paraguay reiht sich in die größten Enttäuschungen der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein. Doch war die WM 2026 tatsächlich der bisherige Tiefpunkt?
In Foxborough stellt sich die Frage: War 2026 der tiefste Punkt, den Deutschland im Fußball erlebt hat? Die deutsche Fußballnation ist oft aufgewühlt, wenn das Ende eines großen Turniers früher als erwartet kommt. Wann war das Gefühl der Enttäuschung am schlimmsten? Platz 10 belegt die EM 2012, bei der in Warschau alles gegen Italien schiefgeht und Bundestrainer Joachim Löw einen folgenschweren Fehler macht, indem er Toni Kroos als „Kettenhund“ von Andrea Pirlo einsetzt.
Trotz der Enttäuschung, als Löw am nächsten Morgen seinen Glückspulli in den Hotelmüll wirft, erreichte die Mannschaft das Halbfinale, was die EM insgesamt als akzeptabel erscheinen ließ. Danach gab es öffentliche Diskussionen über das vermeintlich unzureichende Mitsingen der Nationalhymne durch einige Spieler. Platz 9 belegt die WM 1994, wo Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien ausschied. Bis heute wird der Kader als einer angesehen, der viel mehr hätte erreichen können, was jedoch eine fragwürdige Glorifizierung darstellt.
Besonders schmerzhaft war die interne Kritik an Bundestrainer Berti Vogts, der trotz widriger Umstände im Amt blieb. Platz 8 belegt die WM 1998, bei der Deutschland erneut im Viertelfinale gegen Kroatien (0:3) scheiterte. Eine Rote Karte für Christian Wörns brachte die DFB-Elf aus dem Konzept. Die Zeichen waren deutlich: Die klassischen Tugenden reichten nicht mehr aus, und Deutschland steuerte auf eine Talentarmut zu, die sich durch Ausbildungsdefizite bemerkbar machte.
Vogts trat zwei Spiele nach der WM zurück. Platz 7 belegt die WM 1978, deren emotional schmerzhaftes 2:3 gegen Österreich in der Zwischenrunde noch lange nachwirkt. Trotz der Niederlage befand sich Deutschland weiterhin im Welt-Ranking zwischen Platz fünf und acht und hatte das Spiel um Platz drei nur knapp verpasst.
Platz 6 belegt die EM 1984, bei der Deutschland nach drei Vorrundenspielen ausschied. Dies kann passieren, doch das unsportliche Verhalten der deutschen Mannschaft in Frankreich führte zu einer Revolution im DFB: Franz Beckenbauer wurde Teamchef, ohne über einen Trainerschein zu verfügen, und der alte Lehrwart Jupp Derwall musste gehen.
Platz 5 belegt die WM 2022, wo Deutschland mit einer Niederlage, einem Unentschieden (gegen Spanien) und einem Sieg aus vier Punkten nicht weiterkam. In Katar war die Mannschaft mit vielen nichtsportlichen Themen beschäftigt, und Hansi Flicks Team fehlte schlichtweg das Glück in einer komplizierten Gruppenkonstellation.
Platz 4 belegt die WM 2026. Deutschland hatte in der Vorrunde keine überzeugenden Leistungen gezeigt, und die Niederlage gegen Paraguay war ein herber Rückschlag. Platz 3 belegt die WM 2018, die erste Vorrundenpleite bei einer WM für den amtierenden Weltmeister.
Joachim Löw musste zugeben, dass seine Wahrnehmung des Weltstandards im Fußball „fast schon arrogant“ war und dass er Trends verkannt hatte. Erstmals blieb ein vermeintlicher Befreiungsschlag ohne Wirkung, trotz eines spektakulären Freistoßtores von Toni Kroos gegen Schweden (2:1). Platz 2 belegt die EM 2004, bei der nach der durch glückliche Umstände ermöglichten Vizeweltmeisterschaft 2002 in Portugal die harte Realität folgte.
Teamchef Rudi Völler trat zurück, doch der Verband fand unter Jürgen Klinsmann wieder zu alter Stärke. Platz 1 belegt die EM 2000, wo Deutschland in Belgien und den Niederlanden nach drei Spielen ausschied und nur ein einziges Tor erzielte (1:1 gegen Rumänien, erzielt von Mehmet Scholl). Die letzte Partie endete mit einem 0:3 gegen Portugal B, was zur sofortigen Abberufung von Bundestrainer Erich Ribbeck führte. Im Vergleich dazu war die WM 2026 ein gutes Turnier.