Die verpasste Chance: Said El Mala und der BVB

Die verpasste Chance: Said El Mala und der BVB

Der 19-jährige Offensivspieler Said El Mala sorgt derzeit für Aufsehen in der Bundesliga und Frustration beim BVB. Borussia Dortmund stand im vergangenen Jahr kurz davor, den talentierten Spieler zu verpflichten.

Im Sommer 2024 bahnte sich hinter den Kulissen ein echter Transfer-Krimi an, wie die BILD berichtet. Zu diesem Zeitpunkt war der 1. FC Köln aufgrund einer FIFA-Transfersperre nicht in der Lage, neue Spieler offiziell zu registrieren. El Mala, der zu diesem Zeitpunkt noch bei Viktoria Köln spielte, hatte gerade den Sprung zu den Profis geschafft und sein Debüt in der deutschen U18-Nationalmannschaft gegeben.

Borussia Dortmund gehörte zu den ersten Klubs, die auf das Offensivtalent aufmerksam wurden. Laut BILD führte der BVB bereits konkrete Gespräche mit den Eltern und Beratern des Spielers, und ein Termin für den Medizincheck war bereits festgelegt. Doch der 1. FC Köln fand einen kreativen Weg, den Transfer trotz der Sperre zu ermöglichen. Der FC verpflichtete El Mala formal, registrierte ihn jedoch nicht sofort, sondern lieh ihn direkt wieder an Viktoria Köln zurück – eine legale, aber äußerst einfallsreiche Lösung.

Der Wechsel wurde erst in der Schlussphase entschieden, und Köln setzte sich aus zwei entscheidenden Gründen gegen den BVB durch. Erstens wussten die Verantwortlichen des FC, dass Said El Mala nur zusammen mit seinem Bruder Malek El Mala wechseln wollte. Der FC garantierte den Doppelwechsel, was für die Familie ein entscheidender Faktor war.

Zweitens versprach Köln dem damals 18-Jährigen bereits im Sommer 2024, ihn spätestens 2025 fest in die Profimannschaft zu integrieren, unabhängig von einem möglichen Aufstieg. Dieses langfristige Vertrauen überzeugte El Mala und seine Familie letztlich.

In Dortmund hatte Nachwuchstrainer Mike Tullberg (heute Trainer beim FC Midtjylland) ein Auge auf El Mala geworfen und wollte ihn unbedingt verpflichten. Der BVB plante jedoch anders: El Mala sollte zunächst zwischen der U19 und der U23 pendeln, anstatt direkt eine Perspektive im Profikader zu bekommen.

Auch finanziell lagen die Angebote weit auseinander. Der BVB bot laut BILD zunächst 100.000 Euro, später 150.000 Euro Ablöse. Köln setzte jedoch weniger auf Geld und mehr auf Überzeugung und Wertschätzung. Diese Faktoren führten laut dem Umfeld des Spielers zum Scheitern des Deals. Die Familie El Mala hatte im Austausch mit Lars Ricken und Sebastian Kehl das Gefühl, dass Dortmund das Potenzial des Talents nicht voll erkannte.

Ein Jahr später zeigt sich, dass Köln die richtige Entscheidung getroffen hat. Said El Mala verlängerte im Sommer 2025 seinen Vertrag beim FC bis 2030 – ohne Ausstiegsklausel. Mit drei Toren in 245 Bundesliga-Minuten hat sich der Offensivspieler schnell zu einem der vielversprechendsten Talente Deutschlands entwickelt.

Am Samstag kommt es im Signal Iduna Park zu einer emotionalen Begegnung: El Mala trifft mit Köln auf Borussia Dortmund – den Klub, der ihn einst ziehen ließ. Für Dortmund bleibt dies eine schmerzhafte Erinnerung an eine verpasste Gelegenheit.

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