Diskussion über Boykott bei der Fußball-WM 2026

Diskussion über Boykott bei der Fußball-WM 2026

Die Diskussion über einen möglichen Boykott der Fußball-WM 2026 in Nordamerika nimmt erneut Fahrt auf. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht sich dabei an die Ereignisse rund um die WM 2022 in Katar erinnert.

In diesem Jahr wird der Boykott vor allem aufgrund der umstrittenen Politik von US-Präsident Donald Trump in Erwägung gezogen. Spieler und Funktionäre haben jedoch aus den Erfahrungen des Katar-Debakels gelernt.

Bei der WM 2022 wurden die sportlichen Leistungen der deutschen Nationalmannschaft von gesellschaftlichen Debatten überschattet. Die „Mund-zu-Geste“ vor dem Spiel gegen Japan, mit der das Team gegen das Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde protestierte, wurde nach dem frühen Ausscheiden zum Bumerang für den DFB, da der sportliche Erfolg ausblieb.

Joshua Kimmich hat aus dieser Erfahrung Konsequenzen gezogen und erklärte gegenüber Sport1: „Wir haben gemerkt, dass es nicht zielführend ist, wenn wir Spieler uns zu politisch äußern.“ Der Kapitän des FC Bayern möchte sich künftig nicht mehr an politischen Diskussionen beteiligen und sich stattdessen auf das Turnier im Sommer konzentrieren.

Auch Leon Goretzka äußert Bedenken hinsichtlich politischer Äußerungen. „Wenn du dich als Sportler offensiv äußerst, gehst du ins Risiko. Du musst gewinnen, sonst kann ein Engagement nach hinten losgehen“, warnte der 30-Jährige und verwies auf die Fallstricke gesellschaftspolitischer Stellungnahmen.

Der DFB versucht, das Thema Boykott kleinzuhalten. Nachdem Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und DFB-Vizepräsident, eine Diskussion angestoßen hatte, ruderte er schnell zurück: „Ich habe keinen Boykott gefordert, sondern lediglich eine Diskussion anstoßen wollen.“ Die erhaltene Kritik war bereits umfassend. Dennoch könnte eine Debatte angesichts der aktuellen politischen Lage durchaus angebracht sein.

Die DFB-Funktionäre betonen, dass die Verantwortung bei der Politik liege. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig machte deutlich: „Ich habe mit Herrn Trump noch nie gesprochen, aber der Bundeskanzler hat das. Ich denke, er wird mehr wissen als wir.“ Das Kerngeschäft des DFB bleibt der Fußball – ein klarer Abkehr von der Strategie während der WM in Katar.

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