Diskussion um Manuel Neuer und die Torwart-Wahl 2025
Die Debatte um Manuel Neuer bleibt umstritten. Nach seiner erneuten Verletzung wird er von vielen bereits als Außenseiter beim FC Bayern München betrachtet, während andere ihn nach wie vor als den deutschen WM-Torhüter sehen.
Die FIFA-Wahl „The Best“ zum Welttorhüter 2025 hat die Diskussion um deutsche Torhüter erneut angeheizt: Die Wahl des ehemaligen PSG-Keepers Gianluigi Donnarumma vor Thibaut Courtois und Alisson Becker ist zwar nicht unumstritten, aber zumindest nachvollziehbar. Das Abstimmungsverhalten von Bundestrainer Julian Nagelsmann sorgt jedoch für zusätzliche Diskussionen.
Der fünfmalige Welttorhüter Manuel Neuer belegte in der Gesamtwertung den vierten Platz, verpasste die Top-Drei jedoch nur knapp. Hinter ihm rangieren Torhüter wie Wojciech Szczęsny, Yann Sommer und David Raya. Diese Platzierung verdeutlicht den hohen internationalen Stellenwert, den Neuer auch im Alter von 39 Jahren noch genießt.
Besonders brisant ist das Abstimmungsverhalten von Nagelsmann, der Neuer an erster Stelle vor Courtois und Raya wählte. Donnarumma, der spätere Sieger der Wahl, taucht in seiner Rangliste nicht auf. In Fußball-Deutschland wird nun spekuliert, ob diese Wahl eine Botschaft enthält: Wenn Nagelsmann Neuer als den besten Torhüter der Welt betrachtet, möchte er ihn sicherlich auch im DFB-Team für die WM 2026 dabei haben.
Nach dem Rücktritt von FCB-Kapitän Neuer sollte eigentlich Marc-André ter Stegen die Nachfolge antreten. Dieser wurde jedoch bei Barcelona degradiert und verletzte sich schwer, sodass derzeit Oliver Baumann von Hoffenheim das DFB-Tor hütet. Aktuelle Überlegungen in der deutschen Torhüterfrage zeigen, dass Baumann bei der TSG kaum Berührungspunkte mit Top-Stars wie Ousmane Dembélé oder Kylian Mbappé hat, während ter Stegen momentan an Spielpraxis mangelt. Bei Neuer sieht die Situation anders aus.
Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in den USA, Kanada und Mexiko bleibt das Thema präsent. Neuer hatte nach der Heim-EM 2024 seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt, ließ jedoch eine Hintertür offen. Öffentlich äußert er sich zurückhaltend, intern soll er einer Rückkehr nicht grundsätzlich abgeneigt sein.
Kein anderer deutscher Torhüter bringt annähernd die Erfahrung mit, die der Weltmeister von 2014 vorweisen kann. Letztendlich liegt die Entscheidung bei Nagelsmann, der zunächst mit Neuer sprechen müsste. Wird der DFB bewusst ein gewisses Risiko eingehen und auf einen jüngeren Keeper setzen? Oder wird der andere Weg gewählt, indem man sich für die kurzfristige Lösung mit dem Torhüter entscheidet, den viele als den besten der Fußballgeschichte betrachten?
Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass Nagelsmann Neuer mit seiner Wahl ködern wollte. Die beiden haben mehrere Jahre zusammen beim Rekordmeister und in der DFB-Elf gearbeitet, man kennt sich und schätzt sich. Dass der Bundestrainer Neuer mehr schätzt als den italienischen Sieger, könnte auch daran liegen, dass der spielerisch limitierte Donnarumma nicht in sein System passen würde.