Eintracht Frankfurt: Auf der Suche nach defensiver Stabilität
Eintracht Frankfurt hat eine defensiv katastrophale Saison hinter sich. Trainer Adi Hütter steht vor der Herausforderung, Stabilität in die Mannschaft zu bringen. Welche Rolle wird Robin Koch dabei spielen?
Frankfurt – Mit 65 Gegentoren in der Bundesliga, 21 in der Champions League und einem weiteren im DFB-Pokal war Eintracht Frankfurt in der Saison 2025/26 durchlässig wie ein Scheunentor. Unabhängig davon, ob Trainer Dino Toppmöller, Dennis Schmitt oder Albert Riera an der Seitenlinie standen, war die Defensive der Hessen anfällig und kassierte im Durchschnitt 1,98 Treffer pro Spiel. Dies führte zu zunehmenden Kopfschmerzen für das Team.
Selbst Kapitän Robin Koch konnte nicht für die erhoffte Stabilität sorgen. Der 29-Jährige identifizierte zwei Hauptgründe für die hohe Anzahl an Gegentoren: „Es geht um die Basics und die Intensität, die wir wieder auf den Platz bringen müssen.“ In genau diesen Bereichen waren die Hessen oft unterlegen. Enge Zweikämpfe wurden verloren, ebenso die Jagd nach zweiten Bällen.
Doch wie wird sich das Puzzle in der neuen Saison zusammensetzen? Es gibt noch viele offene Fragen. Nathaniel Brown wechselte für 55 Millionen Euro zum FC Bayern München, Rasmus Kristensen kehrte für sechs Millionen Euro in seine Heimat zurück, und Aurele Amenda wird zu Coventry City wechseln. Ob Arthur Theate in Frankfurt bleibt, ist ebenfalls ungewiss. Die Abwehrkette wird sich nahezu vollständig verändern.
„Wir verlieren mit Brown und Kristensen Qualität und Mentalität“, sagte Koch, der sich auf seine neuen Kollegen freut: „Als Verteidiger wünscht man sich, dass man die Jungs relativ schnell zusammenhat und sich gemeinsam vorbereiten kann.“ Bisher kam lediglich Malik Pimpong aus Midtjylland als Verstärkung für die Offensive. Die Defensive wartet weiterhin auf Ergänzungen.
Adi Hütter, der neue Trainer, möchte ebenfalls an den Abläufen arbeiten. Vom 23. Juli bis 1. August reist die Eintracht ins Trainingslager nach Grassau. Ob Sportvorstand Markus Krösche bis dahin die erhofften Kaderveränderungen umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Eine 30 Spieler umfassende Mannschaft, von der die Hälfte aus der U21 stammt oder auf der Ersatzbank sitzt, nach Bayern zu reisen, ist wenig zielführend.
Eine seriöse Prognose, ob Eintracht künftig mit einer Dreier- oder Viererkette verteidigt, ist derzeit nicht möglich. Koch zeigt sich für beide Systeme offen: „Ich fühle mich in beiden Formationen wohl. Wichtig ist, dass jeder Spieler in der Mannschaft seine beste Position hat.“ Genau das war unter dem ehemaligen Coach Albert Riera nicht mehr der Fall.
Die Hessen streben danach, wieder ein unangenehmer Gegner zu werden. Im Jahr 2026 feierte die Eintracht in 21 Pflichtspielen lediglich vier Siege, was angesichts der Ansprüche des Klubs viel zu wenig ist. Koch möchte zwar noch keine konkreten Ziele ausrufen, doch der traditionsreiche Verein strebt stets danach, „möglichst erfolgreich zu sein“.
Ein gutes Beispiel dafür kann bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beobachtet werden. Spanien hat das Finale erreicht und dabei in sieben Spielen nur einen Gegentreffer kassiert. Wenn die Null steht, ist der Weg zum Sieg deutlich einfacher. Dafür benötigt die Eintracht wieder eine defensive Stabilität, die Respekt einflößt. Hütter weiß, wie das geht – er hat es hier bereits einmal bewiesen.