Eintracht Frankfurt bestreitet erstes Testspiel gegen FC Gießen

Eintracht Frankfurt bestreitet erstes Testspiel gegen FC Gießen

Am Samstag um 17 Uhr bestreitet die Frankfurter Eintracht ihr erstes Testspiel gegen den Hessenligisten FC Gießen. Für Younes Ebnoutalib wird dies ein besonderes Wiedersehen, da er dort ein halbes Jahr gespielt hat.

Nach einer ersten Arbeitswoche in der neuen Saison, die in vielerlei Hinsicht besser und anders gestaltet werden soll als die vorherige, können die Spieler der Frankfurter Eintracht auf positive Erfahrungen zurückblicken. Der Auftakt im Stadtwald verlief vielversprechend, begleitet von tausenden Fans, die die Mannschaft feierten. „Es ist immer etwas Besonderes, wenn man sich nach langer Zeit wieder sieht, sehr schön“, bemerkte Robin Koch. Während der Trainingsstart dem Schulanfang nach den Sommerferien ähnelte, steht nun die erste Klassenfahrt an – die Reise nach Mittelhessen zum FC Gießen.

Besonders aufgeregt wird Younes Ebnoutalib sein, wenn der Bus am Samstag das Waldstadion erreicht, wo um 17 Uhr der Anpfiff erfolgt. Ebnoutalib spielte ein halbes Jahr beim damaligen Regionalligisten, gemeinsam mit seinem Bruder Ilias. In dieser Zeit stagnierte seine Karriere nach einem durchwachsenen Jahr beim AC Perugia. Auch in Mittelhessen hatte der Mittelstürmer nicht den gewünschten Erfolg. Nach wenigen Wochen wurde Trainer Daniyel Cimen entlassen, Michael Fink übernahm und ist bis heute im Amt. „Ich hatte eine sehr schöne Zeit in Gießen, auch wenn es Höhen und Tiefen gab. Ich habe stets die Unterstützung meiner Kollegen und des Trainers gespürt“, erzählt Ebnoutalib.

In der vergangenen Saison unter Albert Riera war die Situation für den 22-Jährigen jedoch anders. Der Spanier fand kaum Verwendung für ihn, und nach einer Verletzung musste Ebnoutalib drei Monate pausieren. Daher ist es für ihn von größter Bedeutung, gesund zu bleiben. Er sieht dies als Grundlage für seinen Erfolg. Auf Mallorca hat er mit einem intensiven Fitnessprogramm die Basis gelegt. „Ich möchte in jedem Training mein Bestes geben und mich für viele Einsatzminuten empfehlen“, erklärt er, und seine Leistungen in den Trainingseinheiten waren bereits vielversprechend.

Cheftrainer Adi Hütter wird das Testspiel genau beobachten. Es bietet ihm die Gelegenheit, einige Spieler im Wettkampfmodus zu begutachten und die Eindrücke aus der Trainingswoche zu festigen. Obwohl die Aufstellung für die Bundesliga-Saison noch nicht finalisiert ist, könnte man dennoch einige Erkenntnisse gewinnen, da noch viele Baustellen offen sind.

Ein zentrales Thema ist die Torwartposition. Die Torhüter werden sich voraussichtlich die Spielzeit teilen, was auch gute Chancen für den erfahrenen Jens Grahl oder den Youngster Amil Siljevic bedeutet. Hütter steht vor der Frage, wen er im Ernstfall ins Tor stellt: den talentierten, aber unbeständigen Kaua Santos, den erfahrenen Michael Zetterer oder einen externen Keeper? „Wir haben in Kaua ein großes Talent“, sagt Hütter und weiß, „dass einige Spiele nicht so liefen, wie wir uns das vorgestellt haben“. Ob Santos gesetzt ist oder der Konkurrenzkampf offen bleibt, wird sich zeigen.

Die Besetzung in der Abwehr wirft noch mehr Fragen auf. Robin Koch wird weiterhin als Abwehrchef gesetzt sein, und auch Nmandi Collins dürfte seinen Platz sicher haben. Doch danach wird es dünn. Aurele Amenda hat Coventry City verlassen, Arthur Theate zieht einen Wechsel in Betracht, und Nathaniel Brown sowie Rasmus Kristensen haben Frankfurt verlassen. Diese Abgänge haben zwar Geld in die Kassen gespült, doch die Reinvestition in Verstärkungen gestaltet sich schwierig.

Gleichzeitig könnten sich für andere Spieler neue Chancen ergeben, wie zum Beispiel für den Japaner Keita Kosugi auf der linken Verteidigerposition oder seinen Pendant auf rechts, Elias Baum. Beide haben sich bislang als auffällige Akteure präsentiert. Besonders Baum, der vom HSV umworben wird und dessen Abgang wahrscheinlich schien, hat bei Hütter einen positiven Eindruck hinterlassen und kombiniert Entschlossenheit mit Lockerheit. Eine bestandene Abiturprüfung kann auch eine gewisse Entlastung bringen.

Ob Hütter seine Meinung ändert? Das bleibt abzuwarten. Es ist jedoch auch möglich, dass die Eintracht auf der Außenbahn nach Verstärkungen sucht. Anton Gaaei von Ajax Amsterdam hat das Interesse der Hessen geweckt, doch zunächst könnten andere Positionen und Personalien Priorität haben. Insbesondere das defensive Mittelfeld soll künftig von dem Bayern-Talent Noel Aseko besetzt werden. Idealerweise wird der 20-Jährige in den nächsten Tagen in Frankfurt unterschreiben und mit dem Team ins Trainingslager an den Chiemsee reisen.

In Gießen wird Malik Pimpong als einziger Neuzugang auflaufen. Der junge Däne hat bereits seine Qualitäten angedeutet. Mit einer Körpergröße von 1,90 Metern bringt er Tempo und Dynamik mit, benötigt jedoch noch die nötige Wettkampfhärte. Ebnoutalib hat diesbezüglich bereits einen Schritt weiter und ist derzeit die Nummer zwei hinter Jonathan Burkhardt. Ob Burkhardt das Team als Kapitän im Waldstadion anführt oder Robin Koch, bleibt abzuwarten. Es gibt viele spannende Fragen, auf die Antworten folgen werden.

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